100 Tage im Ausland – Wie ist es, im Van zu leben? Vermisse ich Deutschland? Bin ich glücklich? 𝐍𝐞𝐮𝐬𝐞𝐞𝐥𝐚𝐧𝐝 #𝟖

Hallo meine lieben Freunde und willkommen zurück auf meinem Blog! 🤗

Vor ziemlich genau 100 Tagen habe ich mein Auslandsjahr und gleichzeitig meine erste Reise ganz allein, über 18 000 Kilometer von Zuhause entfernt, begonnen. Seitdem ist die Zeit gerast, ich habe unglaublich viele Dinge erlebt, gesehen und getan, neue Leute kennengelernt und eine ganze Menge neuer, unbezahlbarer Erfahrungen gesammelt. Auch wenn ich es selbst noch gar nicht richtig glauben kann und ich am liebsten gar nicht daran denken würde, dass das erste Drittel meiner Backpacker-Reise durch Neuseeland schon so gut wie vorbei ist, dachte ich mir trotzdem, dass ich ein paar von euren Fragen beantworte, um euch ein kleines Update zu geben, wie es mir nach einhundert (nochmal in Worten, weil es immer noch nicht richtig begreife 😄) Tagen am anderen Ende der Welt geht, was sich vielleicht verändert hat, wie sich das Vanlife so lebt und was ich an Zuhause vermisse. Ich hoffe der Großteil eurer Fragen wurde am Ende des Beitrags beantwortet und damit wünsche ich euch viel Spaß und an alle die, die auch gerade unterwegs sind: save travels! 🌏

travel. it’s the only thing you can spend money on that will make you richer.

Let’s go!

 

#1 Findet man schnell einen Job?

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es Hospitality-Jobs, also solche im Dienstleistungsbereich (zum Beispiel in Bars, Cafés, Restaurants), wie Sand am Meer gibt, zumindest in größeren Städten. Farm- oder Au Pair-Jobs setzen oft einen gewissen Grad an Erfahrung voraus, was sehr schwierig sein kann, wenn man, wie ich, gerade erst Abitur gemacht und noch nie wirklich gearbeitet hat. Ich würde sagen, es gehört immer eine gewisse Portion Glück dazu, dass man an einen Arbeitgeber gerät, der auch bereit ist, einem etwas bei zu bringen und den Start ins Arbeitsleben zu erleichtern. Wenn man dann aber erstmal ein bisschen Arbeitserfahrung in Neuseeland gesammelt hat, würde ich sagen, ist es um einiges einfacher, an weitere Jobs zu gelangen. Letztendlich habe ich bei der ganzen Zeit, die ich mit Bewerbungen schreiben und Absagen bekommen verbracht habe, eins gelernt: niemals auf zu geben. 😁

#2 Findet man schnell Menschen, mit denen man sich versteht?

Mal abgesehen von den ganzen Backpacker-Gruppen auf Facebook, die die Suche nach Travel- Work- oder Saufbuddies unglaublich erleichtert, ist es gerade in großen Städten einfach, schnell Kontakte zu knüpfen und neue Leute kennen zu lernen. Am besten dafür eignen sich natürlich Hostels und Partys, da hier sowieso jeder das selbe Ziel hat, nämlich eben neue Leute und damit auch neue Kulturen kennen zu lernen.

#3 Wie ist es, überall und zugleich nirgendwo Zuhause zu sein?

An manchen Tagen lebe ich gerne im Van und kann mir kein gemütlicheres „Zuhause“ vorstellen. An anderen Tagen vermisse ich einfach das Gefühl, wirklich „Zuhause zu sein“, da man nach einem langen Tag nicht wirklich einen bestimmten Ort hat, auf den man sich freut und der einem diese Geborgenheit gibt. Man gewöhnt sich aber mit der Zeit daran, sich jedes Mal neu einleben zu müssen, auf einen Ort einzustellen und sich zurecht zu finden, und am nächsten Morgen direkt wieder weiter zu ziehen, wodurch man selbst auch viel offener wird und einfach seine eigene Perspektive verändert. Mittlerweile habe ich, im Gegensatz zum Anfang meiner Reise, solche „jetzt-wäre-ich-gerne-Zuhause“ – Tage nur noch selten und sehe auch die vielen Vorteile, die das Vanlife mit sich bringt. Man ist flexibel, frei und nicht ortsgebunden (besonders bei der Jobsuche ein großer Vorteil), man lernt, mit wenigen Dingen aus zu kommen, was gleichzeitig auch mehr Platz im Kopf schafft und einen klare Gedanken fassen lässt, die zu überlegten Entscheidungen führen, man schläft einfach auch günstiger, da man logischerweise keine Miete zahlen muss, nur Benzin UND es ist einfach ein tolles Gefühl, alles permanent um sich herum zu haben, was man besitzt. Es fährt letztendlich wirklich mein ganzes Leben mit mir mit, egal wohin ich gehe. Oder eben fahre.

#4 Was ist bis jetzt deine beste/schlechteste Erfahrung?

Die schlechtesten Erfahrungen habe ich bis jetzt nur mit Menschen gemacht, wobei ich aber sagen muss, dass beide keine Kiwis waren und ich mit Neuseeländern bis jetzt nur sehr gute Erfahrungen gemacht habe, da es hier kaum Menschen gibt, die nicht unglaublich lieb, hilfsbereit und offen sind.

Zu meiner „Sammlung“ an nicht so schönen Erfahrungen gehören bis jetzt nur die mit meinem ekelhaften, arroganten und unqualifizierten Chef des Restaurants in dem ich ein paar Tage als Küchenhilfe in Akaroa garbeitet habe und die Probleme, die mir am Anfang meiner Zeit in Neuseeland mit dem Kauf meines Vans von einem unglaublich dreisten und gewissenlosen Deutschen übergeben wurden, teilweise bis jetzt noch anhalten und mir schon den ein oder anderen Rückschlag (vor allem finanziell) gegeben haben. But trust me, Karma will come for you.

Aber auch solche Erfahrungen helfen, unangenehme Situationen zu bewältigen, Lösungen zu finden und nie die Hoffnung zu verlieren. Im Nachhinein ist man immer schlauer und lernt aus Fehlern, die man eben nun mal macht, und das ist doch auch eigentlich das, was man sich von einem Jahr im Ausland erhofft: zu wachsen, selbstständig zu werden und als eine bessere Version von sich selbst wieder zurück zu kommen.

Eine der besten Erfahrungen, die ich bis jetzt gemacht habe, war auf jeden Fall das Reisen und Wohnen im Campervan, da es vor allem bedeutet frei zu sein, das machen zu können, was man will und so zu leben, wie man sich es vorstellt. Für mich ist auch das alleine Reisen eine tolle Erfahrung, weil es mir gezeigt hat, wer ich eigentlich bin, wodurch ich mich definitiv immer besser selbst kennenlerne und immer wieder neue Seiten und Fähigkeiten an mir entdecke, von denen ich vorher noch nicht einmal wusste, dass sie existieren. Natürlich ist auch all das, was ich bis jetzt hier erlebt und gesehen habe (besonders der Flug über Kaikoura und Mount Cook waren für mich echte Highlights) eine große wundervolle Erfahrung und letztendlich ist es insgesamt die beste meines Lebens.

#5 Findest du, dass dein Englisch schon besser geworden ist?

Mittlerweile hat sich bei mir schon das typische „ich-ersetze-jedes-zweite-deutsche-Wort-mit-der-englischen-Übersetzung“ eingestellt, mir fallen auch oft Deutsche Worte einfach nicht mehr ein und ich erwische mich manchmal sogar dabei, wie ich teilweise auf Englisch denke. Natürlich ist es immer eine Frage des Umfeldes und es hängt sehr stark davon ab, auf welcher Sprache man sich die meiste Zeit unterhält. Und wenn diese Sprache eben Deutsch ist, fällt es einem natürlich schwerer, in einer englischen Unterhaltung wieder schnell „Fuß zu fassen“ und, zumindest ich, brauche erstmal ein paar Minuten, bis sich mein Kopf wieder komplett umgestellt hat. Im Großen und Ganzen verstehe ich aber (fast) alles und jeden, bin auf jeden Fall viel selbstbewusster geworden, was das Sprechen mit Menschen auf einer anderen Sprache, als meiner Muttersprache, angeht und, um die Frage auch direkt zu beantworten, denke ich, dass mein Englisch definitiv um Längen besser geworden ist, als es bei meiner Ankunft in Neuseeland vor 100 Tagen war.

#6 Was liebst du am meisten an Neuseeland?

Auf jeden Fall das Mindset der Menschen hier, jeder hier ist einfach unglaublich herzlich, aufgeschlossen und kontaktfreudig (und gibt einem auch gerne mal ein, zwei Bier aus, was ein netter Nebeneffekt ist. 😄) Was Neuseeland natürlich auch wunderschön macht, ist die facettenreiche und atemberaubend schöne Natur. Außerdem liebe ich es, dass man sich in Neuseeland nicht viele Sorgen machen muss, da hier alles viel einfacher abläuft, als in Deutschland, einem immer sofort geholfen wird und es einfach auch im Vergleich zu vielen europäischen Ländern und anderen Kontinenten eine relativ geringe Kriminalitätsrate gibt. Hier zu leben wird dadurch unglaublich einfach, man lebt sich sehr schnell ein und fühlt sich willkommen und wohl. Neuseeland als Ganzes ist einfach ein tolles Land, was so viele schöne Seiten hat und selbst wenn ich mich festlegen müsste, könne ich es einfach nicht.

#7 Was vermisst du?

Mal abgesehen natürlich von meiner Familie und meinen Freunden, vermisse ich:
Vollkornbrot, Döner, deutsche Duschköpfe, günstige Lebensmittel (besonders Obst!), deutsches Leitungswasser, Ikea, deutsche Pünktlichkeit, 1-, 2- und 5- Cent-Stücke, das Feiern in Deutschland (bei 50 Zusagen kann man sich darauf gefasst machen, dass die Party des Jahres stattfindet), Spannbettlaken (habe ich besonders in Akaroa vermisst) und zu guter Letzt, gutes, dreilagiges Klopapier, was einfach nicht mit dem Schmirgelpapier, was man hier in Hostels und auf Campingplätzen angeboten bekommt, zu vergleichen ist.

#8 Was ist in Neuseeland anders, als in Deutschland?

Es gibt so einige Dinge die völlig anders ablaufen, als in Deutschland und manches hat mich am Anfang doch schon in eine Art Kulturschock versetzt. Mittlerweile habe ich mich aber an den Großteil der Dinge, die hier einfach anders sind, gewöhnt und an manchen könnte sich Deutschland auch gerne mal ein Beispiel nehmen. Einige werde ich aber trotzdem nie verstehen können. Hier die 10 Dinge, die für mich den größten Unterschied zu meiner Heimat machen:

  1. Lebensmittelpreise sind völlig überteuert, Fast Food dafür unheimlich billig.
  2. Es gibt keine 1-, 2-, und 5-Cent Stücke, weswegen der Preis immer aufgerundet wird, wenn man Bar zahlt.
  3. Im Supermarkt wird einem die Ware vom Kassierer ganz ordentlich in den Einkaufwagen gepackt, man muss also nichts tun, außer am Ende zu bezahlen.
  4. Es gibt kostenloses Trinkwasser fast an jeder Ecke, in jedem Restaurant und in jedem Club.
  5. Das Leitungswasser schmeckt nach Swimmingpool, da es stark mit Chlor angereichert wird. Locals trinken es trotzdem. Ich finde es einfach nur eklig.
  6. In den meisten Restaurants und Cafés bestellt man am Tresen und bezahlt direkt oder wenn man geht.
  7. Viele Häuser haben britische Wasserhähne, links kalt und rechts heiß. Wenn man lauwarmes Wasser direkt aus dem Hahn gewöhnt ist, eine extrem nervige Angelegenheit.
  8. Fenster lassen sich fast nie komplett öffnen und es gibt statt eingebauter Heizungen und Isolierung, Standheizer.
  9. Es gibt keine Sommer- oder Winterreifen, keine Parkscheiben (stattdessen macht der Kontrolleur einen weißen Kreidestrich an den Reifen, um zu checken, ob das Auto noch steht, wenn er das nächste Mal vorbei läuft), man darf fast nirgendwo mehr als 100 km/h fahren und es gilt rechts vor links, obwohl Linksverkehr herrscht. Verwirrender geht es nicht.
  10. Die Sonneneinstrahlung ist extrem stark, man verbrennt sich unheimlich schnell und schlimm. (davon kann ich ein Lied singen)

#9 Wie planst du deine Reise?

Unterschiedlich, manchmal spontan, manchmal aber auch sehr durchdacht und eine gewisse Zeit voraus. Man muss sich dessen bewusst sein, dass es ein großer Vorteil sein kann, Unterkünfte oder größere Unternehmungen, die man machen möchte, möglichst zeitig zu planen und zu buchen, da besonders jetzt im Sommer (und um Weihnachten und Neujahr herum) vieles sehr viel schneller ausgebucht ist, als sonst. Natürlich plane ich meine komplette Reise nicht von Anfang bis Ende durch und es ist manchmal auch gut einfach mal nicht zu wissen, wo man als nächstes stranden wird, denn für spontane Trips und Erkundungstouren sollte immer auch Platz sein. So bin ich immer auf der sicheren Seite, was meinen Schlafplatz angeht und habe noch genug Luft, Erfahrungen machen zu können, die nur entstehen können, wenn man nicht alles im Voraus durchplant. Balance ist hierbei, denke ich, das Einzige, was man immer im Hinterkopf haben muss, denn dann, so habe ich es bis jetzt erfahren dürfen, läuft alles immer nach Plan. 😀

#10 Bist du glücklich?

Ich könnte glücklicher nicht sein.

 

 

print

Das könnte dir auch gefallen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.