Jobsuche, wilde Strände und viel Eis 🌊🍦 – 𝐍𝐞𝐮𝐬𝐞𝐞𝐥𝐚𝐧𝐝 ⌗𝟒 (Teil 1)

In Onehunga angekommen, stand in den nächsten Tagen erstmal nur eins im Vordergrund: einen Job und ein Auto zu finden. Da man weder innerhalb weniger Tage Arbeit findet, noch in einem so kurzen Zeitraum einen Autokauf abwickeln kann, habe ich viel Zeit mit meiner „Übergangsfamilie“ verbracht und so den neuseeländischen Alltag ein bisschen besser kennenlernen dürfen. Zugegebenermaßen bestand dieser aber fast nur aus Eis essen, Mittagsschlaf machen und Bachelor schauen. 😁

Natürlich haben wir oft auch kleine Trips zu Sehenswürdigkeiten und schönen Orten rund um Auckland gemacht, wobei letztendlich ein paar echte „Geheimtipps“ dabei waren, die man allein wahrscheinlich nur zufällig entdeckt hätte. Kleine gemütliche Cafes in winzigen Ortschaften, abgelegene, landschaftlich wunderschöne Ecken und selbst in Onehunga, was einem im ersten Moment nur wie eine lange Straße vorkommt, gibt es herrliche Fleckchen, viele grüne Wiesen und kleine Strände. In diesen ersten 3 Wochen, in denen ich Onehunga so oft auf und ab gelaufen bin, ist mir der kleine Ort mit seinen netten Leuten, gutem Essen und herrlichen Parks (mein Favorit war ganz klar Cornwall Park mit ganz vielen kleinen Lämmchen, spam incoming) irgendwie ans Herz gewachsen und ich freue mich jetzt schon, am Ende meiner Reise durch Neuseeland wieder dort hin zurück zu kehren.

An der Westküste Aucklands, nur etwa eine Stunde von Onehunga entfernt, haben wir schöne Stunden an wunderschönen wilden Stränden, wie Piha oder Muriwai Beach, verbracht, an denen Seelöwen auf Felsen schlummern, riesige Tölpelkolonien Zuhause sind und teils richtig hohe Wellen an die Felsenwände schlagen. Schwarzer Sand, wunderschöne Landschaften und eine salzige Brise, was will man mehr?

Obwohl diese beiden Strände nur wenige Kilometer voneinander entfernt sind und sich zu ähneln scheinen, sind sie doch ziemlich verschieden. Vielleicht kann man es anhand der (vielen) Bilder, die ich euch hier zeige, sehen, aber das Gefühl und die Atmosphäre dieser beiden Strände (und wahrscheinlich auch jedes anderen Strandes in Neuseeland) unterscheiden sich völlig voneinander. Von beiden war ich aber begeistert und obwohl ich mir anfangs einen sonnigeren Tag für einen Strandbesuch gewünscht hätte, war auch die Atmosphäre bei windigem, trüben Wetter, besonders auf seine eigene Weise und gerade bei solchen Wetterverhältnissen wird man schnell nachdenklich (ich zumindest 😁) und plötzlich wird klar, wie schön, stark und wertvoll unsere Natur ist. Vor allem aber, dass wir sie endlich mehr schätzen und respektieren sollten, und zwar jeder Einzelne von uns. In diesem Punkt sollten wir uns in Deutschland wirklich eine Scheibe von den Neuseeländern abschneiden, da die Menschen hier ihre Insel und dessen Umwelt so pflegen und wertschätzen, wie es sich richtig gehört mit dem Ziel, noch lange von der Natur profitieren zu können. Schlussendlich behalte ich diese beiden Strände genauso in Erinnerung, wie ich sie an diesem Tag erlebt habe und wie sie es noch hoffentlich lange sein werden: vielfältig, wild, beeindruckend und wunderschön.

Das Zentrum Aucklands, was mit der Bahn nur etwa 20 Minuten entfernt ist, habe ich natürlich auch erkundet, wobei ich auf sehr gutes Essen, eine Menge Menschen (vor allem Asiaten) und viele Arten, Kultur in mitten von der Hektik und dem Verkehr der größten Stadt Neuseelands zu erleben, gestoßen bin. Auf meiner Bucket-List ganz oben stand natürlich das Markenzeichen der Stadt: der 237m hohe Skytower, von dessen 60. Stockwerk man über ganz Auckland schauen kann. Diesmal war auch das Wetter auf meiner Seite und ich hatte einen wunderschönen, klaren Ausblick über die Wolkenkratzer, die Queenstreet und den Hafen Aucklands.

Um auch den Punkt Kultur nicht zu kurz kommen zu lassen, habe ich mir am selben Tag noch die Auckland Art Gallery angeschaut, die, zugegebermaßen an manchen Stellen etwas unheimlich (ihr werdet gleich verstehen, was ich meine), aber größtenteils wirklich interessant und einfach schön an zu sehen war. Das Beste an dieser Kunstgalerie ist aber, dass wirklich für jeden etwas dabei ist, ganz egal ob historische, moderne oder sogar Maori-Kunst.

Insgesamt hat sich der Eintritt, sowohl in die Art Gallery, als auch auf den Skytower, wirklich gelohnt und ich habe (trotz schmerzenden Füßen) einen wunderschönen Tag in Auckland verbracht.

Aber nicht nur den Alltag in Neuseeland durfte ich während meiner Zeit in Auckland kennenlernen, sondern auch viele nette Leute, was nicht zuletzt dem geschuldet war, dass ich bei jedem Treffen dabei war und zu jeder Feier mitgeschleppt wurde, selbst wenn es eine für Septemberkinder, geschmissen von einer indischen Familie, war, wobei ich am Ende noch von einem Inder mit Schokokuchen gefüttert wurde. Obwohl ich oft mehrmals nachfragen musste, was mein Gegenüber da überhaupt gerade gesagt hat, habe ich mich sehr aufgenommen und integriert gefühlt und mit der Zeit hat sich sogar mein ich-tue-so-als-ob-ich-wüsste-um-was-es-gerade-geht-nicken in ein ich-weiß-tatsächlich-um-was-es-geht-nicken verwandelt. 😁

Neben den ganzen Eindrücken lief natürlich das Projekt Jobsuche nebenbei weiter. Nach wenigen Tagen hatte ich dann auch schon mein erstes ‚Vorstellungsgespräch‘ in Ponsonby, was, durch die relativ schlechte Busverbindung dort hin ungefähr 45 Minuten von Onehunga entfernt liegt. Da ich aber keine Lust hatte, Bus zu fahren, bin ich mit Farid mitgefahren. In Neuseeland ist es üblich, zu fremden ins Auto zu steigen, da diese sich freiwillig melden, um etwas Geld zu verdienen, indem sie Leute von A nach B befördern. Das Ganze nennt sich Uber und ist eine coole Alternative zu Taxen, da Uber meistens um einiges günstiger ist und man ganz nebenbei noch nette Leute kennenlernt. Und das beste daran ist, man muss fast nie warten, geschweige denn vorher buchen, da massig Uber-Fahrer herumfahren, die einen direkt vor der Haustür abholen können.

In Ponsonby angekommen, hat sich dann herausgestellt, dass der Chef der Bar, bei der ich ein Vorstellungsgespräch haben sollte, einfach nur wissen wollte wie ich heiße, wo ich herkomme und wie oft in der Woche ich arbeiten kann und ich nach 2 Minuten wieder gehen konnte. Da ich mich schon umsonst auf ein richtiges Gespräch vorbereitet hatte und nicht auch noch umsonst nach Ponsonby gefahren sein wollte, habe ich mir die Stadt angeschaut, was wenigstens mal kein Griff ins Klo gewesen ist, da der Baustil der Häuser und die vielen kleinen Shops richtig schön und total gemütlich waren.

Rückzu habe ich dann doch den Bus genommen, den man hier übrigens selbst anhalten muss. Nachdem 5 Busse einfach an mir vorbei gefahren sind und ich mich gefragt habe warum, hat eine kleine Oma ihren Arm heraus gehalten und der Bus gestoppt. Gott sei Dank fahren Busse in der Stadt hier aller 5 Minuten. Natürlich war zu dieser Zeit gerade Schulschluss und ich saß in einem Bus, der bis zum Anschlag voller Schulkinder war. Am Ende des Tages war ich wenigstens schlauer, was Vorstellungsgespräche und Busfahrten in Neuseeland angeht und so hatte mein kleiner Ausflug nach Ponsonby doch noch ein Happy End. Denn man kann sich ja bekanntlich alles schön reden.

Ob meine Autosuche genauso schrecklich verlaufen ist, wie meine Jobsuche, erfahrt ihr im nächsten Beitrag. Bis dahin und bleibt gespannt,

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