Kaputte Bremslichter, ungeplante Wanderungen und eine Millarde Sterne – unser gemeinsamer Roadtrip von Christchurch nach Dunedin 𝐍𝐞𝐮𝐬𝐞𝐞𝐥𝐚𝐧𝐝 #𝟗

Nachdem wir unsere Sachen ins Auto gebracht, uns von all den Menschen, die uns in Akaroa ans Herz gewachsen sind, verabschiedet und ein letztes (großes) Eis gegessen haben, ging unser Roadtrip endlich los. Erster Halt: Christchurch.

kleiner Disclaimer: in den letzten Tagen, die ich in einem Hostel in Dunedin verbracht habe, habe ich mich mal wieder etwas intensiver mit Fotografie und Bildbearbeitung auseinander gesetzt und bin zu dem Entschluss gekommen, dass ich mir in Zukunft noch mehr Zeit nehmen werde, meine Bilder sorgfältig und damit auch hochwertiger zu bearbeiten, dafür aber nicht alle zu posten (obwohl ich es wirklich unheimlich gern tun würde) und demzufolge mehr auf Qualität, statt Quantität zu achten. Ich hoffe, dass diese Veränderung das Lesen meiner Beiträge etwas einfacher macht, da mir bewusst ist, dass diese oft ziemlich lang sind und inhaltlich sehr viel passiert, und man so vielleicht die ganze Sache auch bei viel Text etwas besser Überblicken kann. Außerdem werde ich versuchen, die Beiträge auch ohne „Inhaltsangabe“ (ich finde, dass wirkt irgendwie nicht so schön, natürlich ist es praktisch aber ich bin mir noch nicht so sicher ob ich das weiterhin so handhaben möchte) übersichtlicher zu gestalten, indem ich einfach größere Absätze, bei denen es Sinn macht, mit einer Überschrift versehe. Gut, genug zu den ganzen Formalitäten, viel Spaß beim Lesen!


.

TranzAlpine Express & Chistchurch

Nach einer holprigen Fahrt über viele Berge und durch viele kurvige Straßen wieder in unserem gewohnten Hostel in Christchurch angekommen, haben wir, außer uns Abendessen zu machen (es gab natürlich Nudeln, was sonst? 😄), nur noch unser Zimmer bezogen und uns auf den nächsten Tag vorbereitet, an dem wir eine Fahrt mit dem Tranzalpine Express, einer Eisenbahn, die von der Ost- zur Westküste und wieder zurück fährt, gebucht hatten. Als wir dann am nächsten Tag tatsächlich am Check-in Schalter standen, haben wir gemerkt, dass der Fakt, dass wir unsere Tickets einzeln gebucht hatten, ein großer Fehler war. Denn unsere Plätze wurden automatisch eingebucht, und zu unserem Glück saßen wir ziemlich genau 3 Abteile voneinander entfernt. Da der Zug komplett ausgebucht war, mussten wir uns bis zur Hälfte der Strecke, wo auch ungefähr die Hälfte der Gäste aussteigen sollte, mit unseren übergangsmäßigen Nachbarn zufrieden geben. Meiner war Inder. Das Erste, was mir an ihm aufgefallen ist, war sein penetranter Geruch nach Bratnudeln. Das Zweite, dass er offensichtlich ein sehr offener Inder war, denn nachdem er mir gesagt hat, ich würde aussehen wie eine Sängerin, hat er sein Handy gezückt und ein Selfie von uns gemacht, das er direkt an seine 100 Inderfreunde weitergeleitet hat.

Um weiteren komischen Gesprächen zu entgehen, habe ich mich dann vom Rest der Außenwelt abgeschottet, meine Kopfhörer angesteckt und die wunderschöne Landschaft von meinem Fensterplatz aus genossen. Während der insgesamt 9-stündigen Fahrt sind wir durch 6 verschiedene Klimate gefahren, durch Regenwald, blühende Hügellandschaften, über Flüsse und vorbei an schneebedeckten Bergen. Nachdem wir einen 8 Kilometer langen Tunnel durchfahren hatten, hat sich auch das Wetter schlagartig geändert, Sonnenschein wurde zu Regen und Nebel. Trotzdem hatte auch dieses Wetter, besonders in der Regenwald-Region, etwas besonderes, und man konnte während dieser Zugfahrt wirklich jede Seite Neuseelands, die das Land zumindest landschaftlich zu bieten hat, kennenlernen. Wenn auch nur im vorbeifahren.

In Greymouth angekommen, hatten wir etwa eine Stunde Zeit, um uns die Beine zu vertreten, etwas zu essen und vielleicht die kleine (eher verlassen wirkende) Stadt zu entdecken. Wir haben uns dann für McDonalds entschieden. 😄 Trotz, dass man auf der Rückfahrt das Selbe wie auf der Hinfahrt nochmal gesehen hat, konnte man doch immer wieder etwas Neues finden, was einem auf der Hinfahrt nicht aufgefallen ist. Eine noch bessere Möglichkeit, das zu tun, hat ein Waggon mit offenen Fenstern geboten, aus denen heraus man den besten Ausblick auf die komplette Landschaft hatte, man sich aber gleichzeitig auf eine gewaltige Brise gefasst machen konnte. Ratet mal, wer morgens die Entscheidung getroffen hatte, einen Rock an zu ziehen.
Auf der zweiten Hälfte der Fahrt konnten Merle und ich uns dann auch zusammen setzen, was ich sehr geschätzt habe, da ich so nicht mehr miterleben musste, wie sich der Inder einen ablacht, während er sich irgendwelche Videos angeschaut hat.

Schlussendlich muss ich sagen, dass diese Zugfahrt von Christchurch nach Greymouth und wieder zurück wunderschön war, vor allem, weil man so fassen konnte, wie unterschiedlich und vielseitig Neuseelands Natur wirklich ist und auf Strecken entlang gefahren ist, die für Autofahrer einfach nicht zugänglich sind. Das Wetter war an diesem Tag glücklicherweise auch auf unserer Seite und somit kann man sagen, dass unser Roadtrip, mit Christchurch als unseren ersten Stopp, einfach perfekt begonnen hat.

Unseren zweiten und letzten Tag in Christchurch haben wir in der Stadt verbracht, wobei wir uns Quake City, ein Museum, das sich mit dem zerstörerischen Erdbeben von 2011 und generell denen der Region Canterbury auseinandersetzt, angeschaut haben und uns danach einen Burger und Curly Fries in einem Café gegönnt haben, wo einem das Essen durch eine pneumatische Röhre geliefert wird. Wie cool ist das bitte?! 😄  Der „Burger“ war zwar nur ein belegtes Brötchen und dafür eindeutig viel zu teuer, aber die Idee an sich war schon irgendwie abgefahren und etwas, was ich zuvor noch nirgendwo anders gesehen habe.

Nach diesem kleinen Snack haben wir uns dann wieder auf die Socken gemacht, wobei ich einen Streifzug durch all die kleinen Ramsch- und Dekoläden gemacht habe, während sich Merle die Art Gallery angeschaut hat. Auf dem Weg zum ausgemachten Treffpunkt bin ich dann auf einen elektrischen Roller gestoßen, der mitten auf dem Weg stand und mich förmlich gerufen hat, auf zu springen und mit Vollgas los zu fahren. Nachdem ich 10 mal den Alarm ausgelöst hatte, bevor ich herausgefunden habe, dass man das Gerät mithilfe einer App bedienen und auf die man Geld laden muss (das Ding dachte, es wird gerade von mir gestohlen), um los zu fahren, konnte meine Stadtrundfahrt auf dem 20 km/h schnellen Roller endlich beginnen. Nachdem ich den Dreh raus hatte (der Gas-Knopf war ziemlich schwer auf einem Level zu halten) und ich schon mehrere Fußgänger fast umgefahren hatte, bin ich ein paar mal um den Block gedüst (buchstäblich, ich bin wirklich nur im Kreis gefahren, wie man auf meiner Route sieht 😄) und habe auf dem Weg mehrere Leute gesehen, die genau so cool auf diesem grünen Roller durch die Innenstadt gecruised sind, wie ich.

Nach ein bisschen Recherche hat sich dann herausgestellt, dass der e-Scooter ein Start-Up ist, was sich Mobilität für jeden und CO2 zu sparen zum Ziel gesetzt hat, indem man sich einen Roller mit allen anderen Leuten teilt, und damit von A nach B fährt, anstatt das Auto zu nehmen. Offensichtlich hatte das Gerät gerade seinen Testlauf in Christchurch und ist ziemlich gut angekommen, wenn man bedenkt, dass man aller 2 Minuten jemanden mit einem dieser Roller bei gelb über die Ampel hat brettern sehen. 😄  Wenn man einmal fährt, fährt man eben. Mein persönliches Fazit nach meinem Ritt durch die Stadt ist: gefällt mir, bekommt einen Daumen nach oben. 👍😄

.

Timaru

Am nächsten Morgen sind wir dann wieder aufgebrochen, diesmal weiter Richtung Timaru. Auf ziemlich genau der Hälfte des Weges haben wir einen Campingplatz ausgemacht, der am Strand gelegen und zu unserem Glück auch noch ziemlich günstig (umgerechnet 2,50€ die Nacht, schon ein Schnäppchen) war. Der Ranger, der während wir gerade unseren standardmäßigen Mittagsschlaf gemacht haben, an unser Fenster geklopft hat, hatte weder Schuhe noch Jacke an und stand Barfuß bei 10 Grad und Regen im Gras. Noch dazu sah er aus wie der Weihnachtsmann.

Da es den halben Tag durchgängig wie aus Eimern geschüttet hat und wir natürlich irgendwo am Meer kein Netz hatten, mussten wir uns die Zeit im Van vertreiben. Zum Abendessen gab es aufgrund unserer Faulheit, auszusteigen und etwas richtiges zu kochen, Cornflakes im Becher und nachdem wir unser Festmahl beendet hatten, haben wir es uns schön gemütlich gemacht. Damit ist unsere erste Nacht gemeinsam im Van, auf einer Einmann-Matratze und mit nur einer Decke, angebrochen und ich muss sagen, obwohl ich schon mal besser geschlafen habe, war es doch ganz kuschelig und für die nächsten Wochen, in denen wir zusammen reisen würden, durchaus akzeptabel. 😄

Nachdem wir den ersten Tag in Timaru aufgrund des unterirdisch schlechten Wetters in der Bibliothek verbracht hatten, sind wir am zweiten Tag aufgewacht, und das nur wenige Sekunden, bevor wir beide einen Hitzschlag bekommen hätten. Da die Sonne direkt auf den Van schien, wurde es ganz schnell unglaublich heiß und man hätte sicherlich auch gut darin saunieren können.
Da an diesem Tag keine Wolke am Himmel zu sehen war und wir uns so viel von Timaru anschauen wollten, wie möglich, haben wir uns 2 Fahrräder ausgeliehen und sind los geradelt. Und das einmal quer durch die ganze Stadt. Vorbei an der wunderschönen Basilika mit Fenstern aus Buntglas, in der eine Frau Orgel gespielt hat, durch den botanischen Garten (der jetzt nicht so special war, aber wenigstens schön grün), bis hin zu Caroline Bay, einer der (zumindest war er so angepriesen worden) schönsten Strände Neuseelands. Unser letzter Halt war Speight’s Ale House, wo wir uns einen Kaffee und etwas zum Mittag gegönnt haben. Mittlerweile haben unsere Waden ganz schön gebrannt und unser Hintern tat auch unheimlich weh, nachdem wir schon ungefähr 6 Kilometer auf unserem rostigen Drahtesel mit Plastiksitz zurückgelegt hatten.

Am Ende des Tages hatten wir definitiv Beine aus Stahl und waren glücklich und zufrieden, so viel von Timaru gesehen zu haben. Trotz, dass ich wirklich froh war, nach einem viel zu langen Rückweg, der fast nicht enden wollte, nach insgesamt fast 10 Kilometern endlich wieder mit einem kühlen Cider in der Hand auf dem Campingplatz zu sein, haben wir es uns nicht nehmen lassen, kurz nach Sonnenuntergang noch einmal ans Meer zu fahren, um Pinguine zu beobachten. Und Leute, das war mit Abstand das Niedlichste, was ich jemals gesehen habe. Die kleinen Pinguine sind mit einem Mal alle aus ihren Nestern gekommen, herumgewatschelt und die Dünen hinaufgerannt. Und wer schon mal einen 40 cm kleinen Pinguin hat rennen sehen, mit ausgestreckten Flügeln, der weiß, wovon ich rede. Leider war das Licht logischerweise sehr schlecht, weswegen meine Schnappschüsse mehr oder weniger für die Tonne bestimmt waren.

Am nächsten Morgen haben wir uns dann erneut in der Bibliothek wieder gefunden (die inzwischen wahrscheinlich gedacht haben, wir sind Obdachlose, die nur WLAN und Strom schnorren wollen) und dort bis zum Augenblick, als durchgesagt wurde, die Bibliothek würde in 5 Minuten schließen, richtig hart abgegammelt haben. Nachdem wir von dort verscheucht wurden, gab es nur eine Möglichkeit: McDonalds. 😄 Nach einem richtig guten Happy Meal haben wir uns dann endlich auf den Weg zu unserem nächsten Ziel gemacht: Lake Tekapo.

.

Lake Tekapo

Auf dem Weg dort hin haben wir die schönsten Landschaften durchfahren und hatten die Southern Alps fast die komplette Zeit genau vor uns. Abgesehen von den wenigen Tropfen, die es auf der Fahrt geregnet hatte, hatten wir wunderschönen abendlichen Sonnenschein und bei lauter Musik das richtige Roadtrip-Feeling. Das Einzige, was nicht so entspannend war, war ein Truck, der mir permanent auf die Pelle gerückt ist, immer wieder Anlauf genommen hat und ich im Rückspiegel nur gesehen habe, wie er immer näher kam und mir zum Schluss fast im Kofferraum saß. Mittelfinger regelt.

In Lake Tekapo angekommen, erwartete uns ein voller Campingplatz, auf dem wir aber glücklicherweise schon einen Platz für 3 Nächte reserviert hatten. Es dauerte nicht lange, da parkte auch ein Van neben uns, aus dem keine 2 Minuten später eine Frau herausguckte und uns fragte, ob wir denn gerne Sparkling Wine trinken. Da wir kostenlose Angebote nicht abschlagen können und natürlich auch total gegen Lebensmittelverschwendung sind, haben wir die 3 Flaschen angenommen, und schnell gemerkt, dass der 12%ige, offensichtlich nicht sehr günstige, Sauvignon Blanc ziemlich geknallt hat, und so saßen wir gemütlich und zufrieden im Campingstuhl, umgeben von 100 Enten und haben unseren Feierabendwein und -bier genossen.

Der zweite Tag lässt sich durch genau ein Wort perfekt beschreiben: gammlig. Irgendwie unmotiviert und unsicher, wie sich das Wetter entwickeln würde, lagen wir fast den gesamten Tag nur im Van. Ich weiß nicht warum, aber an diesem Tag war ich überdurchschnittlich schlecht gelaunt, genervt und unzufrieden, was sich gepaart mit Kopfschmerzen, Hunger und Müdigkeit als eine Mischung ergeben hat, die logischerweise nicht viel Raum für gute Laune und Tatendrang übrig lässt . Da aber nicht jeder Tag super gut laufen kann, und es auch gesund ist, mal einen Tag nichts zu tun und die miese Laune mit Netflix zu ersticken, habe ich diesen „verschwendeten“ Tag einfach als gegeben hingenommen und habe mich nach einer heißen Dusche einfach schlafen gelegt. Denn Schlaf ist ja bekanntlich die beste Medizin.
Am nächsten Tag sah alles schon wieder ganz anders aus.
Für unseren zweiten Tag in Lake Tekapo haben wir uns diesmal auch etwas fest vorgenommen, nämlich gleich mal etwas früher auf zu stehen (und nicht erst Mittags 😄) und uns auf den Weg zu machen, um auf Mount John zu wandern. Letztendlich haben wir es eine Stunde eher als sonst geschafft, uns auf zu raffen und sind so, nachdem wir uns im Supermarkt noch etwas Proviant beschafft haben, wieder gegen Mittag gemütlich los getuckert und haben uns auf die Suche nach Mount John gemacht. Leider haben wir erst viel zu spät bemerkt, dass wir den Berg hochgefahren sind, den wir erklimmen wollten. 😄 Oben angekommen, wurden wir von einem vollen Parkplatz und einer Traube Asiaten empfangen, die sich am schönen Ausblick erfreut und mindestens 500 Bilder von jedem Grashalm auf dem Hügel gemacht haben. Ein winzig kleines bisschen enttäuscht davon, dass unser Wander-Plan komplett in die Hose gegangen ist, haben wir uns erstmal einen kleinen Snack bei atemberaubender Aussicht gegönnt und Leute beobachtet, wobei wir uns kaum mehr eingekriegt haben, als wir einen Inder (oder Türken?!) mit komplett außerirdischer Frisur beobachtet haben, wie er auf einem Fels vor der Kamera geposed hat. (wovon ich eigentlich hier ein Bild einfügen wollte, das aber natürlich aus rechtlichen Gründen ohne Einverständnis des Inders nicht möglich ist. Aber glaubt mir, es war ein unfassbar witziger Anblick)

Nachdem wir unser zweites Frühstück beendet hatten, haben wir uns dafür entschieden, den Leuten einfach mal zu folgen, die auf einem Weg entlang liefen, der offensichtlich noch schönere Ausblicke auf Lake Tekapo und die umliegenden Southern Alps gab. Herausgestellt hat sich dieser Trampelpfad als zweistündiger Wanderweg entlang des Sees und so haben wir uns, ohne zu überlegen, wie weit die Wanderung letztendlich wirklich sein wird, ins Abenteuer gestürzt. Der Weg führte durch eine unbeschreiblich schöne Landschaft mit Ausblick auf die schneebedeckten Berge, natürlich den Lake Tekapo und den Lake Alexandra und die Stadt Tekapo an sich. Noch dazu hatten wir endlich wieder schönes Wetter, Sonne (die Merle das Gesicht und mir die Kopfhaut wegbrutzelte) und keine einzige Wolke am Himmel. Einfach perfekt.

Nach etwa 2 Stunden wurden wir langsam skeptisch, da wir der Stadt immer näher kamen und es nicht so aussah, als würden wir an irgendeinem Punkt eine Kurve machen, um dann wieder an unseren Ausgangspunkt (wo Betty natürlich geparkt war) laufen zu können. Da Umkehren aber irgendwie nicht in Frage kam, weil wir auf dem Hinweg oft genug steile Hügel hinunter laufen mussten und diese logischerweise dann wieder hochklettern hätten müssen, haben wir uns dazu entschieden, einfach weiter zu gehen und zu sehen, was uns am Ende des Weges erwartet. Eine der dümmsten Ideen jemals, wie sich herausstellte, als wir direkt an unserem Campingplatz herauskamen und zurück zu gehen doch nicht mehr so abwegig klang. Nachdem wir ungefähr 5 Minuten regungslos da standen, weil wir einfach fertig mit unserem Leben waren, da wir bis zu diesem Zeitpunkt schon gut 8 Kilometer gewandert waren, haben wir eine Route entdeckt, die von der anderen Seite wieder auf den Berg geführt hat. Und nochmal gut 3 Kilometer lang war. Kurz vor einem Herzinfarkt, schwitzend und mit 500 Puls sind wir dann den steilen Wanderweg entlang gelaufen und wurden von fast jedem, den wir getroffen haben, bemitleidet, da wir komplett fertig aussahen und niemand damit rechnete, dass wir den Berg bereits gefühlt 3 Mal umrundet haben und einfach nur noch wieder zurück wollten.

Nach über einer Stunde sind wir schließlich oben angekommen, (Betty stand immer noch alleine mitten auf dem Parkplatz 😄) uns bewusst, dass wir den Wanderweg verkehrt herum gegangen sind und insgesamt etwa 10 Kilometer gelaufen sind und haben so den Plan, ein bisschen wandern zu gehen, somit letztendlich doch in die Tat umgesetzt, wenn auch mehr oder weniger zufällig. 😄


Schon ein bisschen (sehr) stolz auf uns, den Track gnadenlos durchgezogen zu haben und eben nicht auf halber Strecke umgekehrt zu sein, haben wir uns dann im Astro Café, mit Blick auf Lake Tekapo, mit Eiskaffee und Bagel belohnt, sind ganz nebenbei Zeuge eines (unfassbar romantischen) Heiratsantrag geworden und haben einen Ex-Cop getroffen, der, wie sich herausstellte, unser Fahrer für unsere Sternenbeobachtungstour am Abend sein sollte. Alles richtig gemacht, würde ich mal sagen.

Nachdem wir uns ein weiteres Mal Nudeln gekocht haben, haben wir überlegt, wo und wie wir am Besten unsere Handys und Laptops laden, vorzugsweise an einem warmen Ort mit genügend Steckdosen. Zum Schluss saßen wir dann mit unseren Campingstühlen im Waschraum, ich fast im Trockner, weil mein Kabel so kurz war und Merle 2 Meter weiter, perfekt platziert, damit die Leute über ihr Verlängerungskabel gestolpert sind. 😄

Kurz vor Mitternacht war es dann soweit, denn um ziemlich genau 12 Uhr Nachts haben wir uns auf den Weg zu einem Ort gemacht, von dem aus unsere Stargazing Tour starten sollte. Und ich kann schon im Voraus sagen, dass das mit Abstand das Beste und Schönste war, was wir beide jemals in unserem Leben gesehen haben und es uns auch am nächsten Morgen noch vorkam, wie ein Traum.

Aber von Anfang an.

Nachdem wir etwas gestruggled haben, den Weg auf den stockfinsteren Straßen irgendwo auf dem Land zu finden, wurden wir in einem kleinen Trailer von einer Frau empfangen, die unsere Namen checkte, etwas ziemlich komische Stargazing-Musik abspielte (ich war schon kurz vorm wegnicken) und uns ans Herz legte, uns jeweils eine der fast bodenlangen Daunenjacken zu greifen, da es in einer klaren Frühlingsnacht doch etwas frisch werden könne. Nachdem unsere Gruppe aus Malaysiern (wobei das Mädchen riesige, klobige Schuhe mit extrem hohem Plateau an hatte, mit denen sie später in der Dunkelheit über jeden zweiten Stein stolperte), Schotten, Briten und einem Niederländer komplett war, wurden wir von einem Mann, der leider nicht derjenige war, den wir am Nachmittag auf dem Mount John getroffen haben, in einem großen Van nach oben auf einen Hügel transportiert. Nach einem ziemlich rasanten Offroad-Ritt waren wir schließlich angekommen, und wurden schon von Fraser, einem Astrologie-Nerd, erwartet.

Schon beim ersten Blick in den Sternenhimmel haben wir uns kaum wieder eingekriegt, da wir auf diesem Hügel, gelegen im International Dark Sky Reserve, was bedeutet, dass wir an einem der dunkelsten und am wenigsten verschmutzten Orte der Welt standen, neben Millionen von Sternen, die Milchstraße, sämtliche Sternenkonstellationen, Nebelwolken und natürlich den Mond ausmachen konnten. Je weiter dieser unterging, desto dunkler, klarer und atemberaubender wurde der Blick auf den Sternenhimmel der südlichen Hemisphäre, der sich ziemlich stark von dem unterscheidet, was man bei uns am Himmel zu sehen bekommt.

Umgeben von riesigen Teleskopen, die teilweise einen Wert von über $25 000 hatten, wurde uns erklärt, wie man die eigenen Koordinaten nur mithilfe der Sterne ausmachen, den Süden und damit auch alle anderen Himmelrichtungen finden und sich somit theoretisch auch ohne jegliche Hilfsmittel zurechtfinden kann. Vorausgesetzt natürlich, es ist eine so schöne, klare Nacht, wie diese. Durch die Teleskope konnte man Dinge sehen, die so surreal waren, dass man für jeden Sternenhaufen, jede Galaxie und vor allem beim Anblick der Krater unseres Mondes, erst einmal eine Minute brauchte, um zu verstehen und zu verarbeiten, wie unfassbar wunderschön unser Universum ist. Ein paar wenige Sternschnuppen haben uns den Anblick noch ein bisschen mehr versüßt und als sich dann noch herausgestellt hat, dass Fraser jede beliebige Spiegelreflexkamera an eines der Teleskope schrauben und ganz einfach unglaubliche Aufnahmen von Mond, Milchstraße und dem stellaren Nebel machen konnte, war meine Welt perfekt. Trotz, dass ich mich auch selbst an der Astrofotografie ausprobiert und versucht habe, ein paar gute Aufnahmen von der Milchstraße zu bekommen, sind meine, doch ziemlich gut gewordenen Bilder, absolut kein Vergleich zu denen, die mit meiner Kamera durch das Teleskop gemacht wurden. (s. Fotos unten, Mond und stellarer Nebel)

Diese Tour war einfach toll, unfassbar interessant und hat alles übertroffen, was ich bis jetzt in Neuseeland unternommen habe. Man wird sich einfach bewusst, wie unendlich unser gesamtes Universum ist, wie wenig wir davon bis jetzt entdeckt haben und wie viel es noch zu entdecken gibt. Dieses Stargazing-Experience bekommt von mir auf jeden Fall 10 von 10 Luca’s und wird wärmstens weiter empfohlen. 👧

Nachdem ich um etwa halb 4 morgens dann endlich eingeschlafen bin, holte uns der Wecker 4 Stunden später wieder in die Realität zurück. Die harte Realität, dass man den Campingplatz um 10 verlassen haben musste. Also haben wir uns nur ein paar Haferflocken mit Marmelade (Obst war leider aus) reingepfiffen, uns frisch gemacht und uns letztendlich eher weniger frisch auf den Weg zu unserem letzten Punkt auf unserer Lake Tekapo-Liste gemacht: das Lupinenfeld und die Church of Good Shepherd.

Schon von weitem konnten wir mal wieder eine Asiaten-Traube ausmachen, die sich zu 100 in die kleine Kirche drängte und so haben wir uns doch lieber dazu entschieden, zuerst das Lupinenfeld zu suchen. Nachdem sich herausgestellt hatte, dass das „Lupinenfeld“, was wir am Tag davor von Mount John aus gesehen hatten, nur ein blau schimmernder Haufen Gestrüpp war und wir uns mittlerweile mitten in einem Regionalpark befanden, sind wir dann doch zurück zur Kirche gefahren, um zu sehen, dass darin gerade eine Hochzeit im Gange war. Nach ein paar Metern, die wir zu Fuß in der gefühlt 40 Grad heißen Sonne zurückgelegt hatten, haben wir dann endlich den perfekten Spot gefunden, um einige schöne Bilder zu machen.

.

Twizel

Nachdem wir auch diesen Punkt abgehakt hatten, haben wir die etwa 45-minütige Fahrt nach Twizel auf uns genommen, die am sattblauen Lake Pukaki mit Blick auf Mount Cook entlang führte. Natürlich haben wir es uns nicht nehmen lassen, an einem der Aussichtspunkte (an dem ich das BESTE Sashimi überhaupt gegessen und die ekelhafteste Toilette der Welt benutzt habe) Halt zu machen und uns für ein paar Minuten einfach hinzusetzen und sowohl den wunderschönen Anblick, als auch die frische, klare Bergluft zu genießen.

In Twizel angekommen, haben wir eine Nacht auf einem Campingplatz verbracht, um am nächsten Morgen direkt wieder abzureisen, nachdem wir gemerkt hatten, dass Twizel nur aus einem „Town Center“ bestand, was letztendlich nur eine kleine Straße mit ein paar einzelnen Läden war. Also haben wir uns auf den Weg zu Mount Cook gemacht, dem höchsten Berg Neuseelands.

.

Mount Cook Nationalpark

Schon der Ausblick auf Mount Cook, der tatsächlich so majestätisch ist, wie kein anderer Berg und man ihn niemals mit einem der umliegenden Gipfel verwechseln könnte, waren so atemberaubend schön, dass einem glatt die Tränen hätten kommen können. Eine echte Schönheit.

Ein paar Fotostopps später, in Mount Cook Village angekommen, haben wir uns als aller erstes im Informationscenter übe die umliegenden Wanderwege und eventuelle Attraktionen schlau gemacht. Da wir uns nicht sicher waren, wie sich das Wetter, was in dieser alpinen Region wirklich schnell und rapide wechseln kann, in den nächsten Tagen entwickeln würde, haben wir nachgefragt, wann der beste Zeitpunkt für eine Wanderung wäre.

Nachdem uns Guy, ein Typ mit unglaublich witziger Stimme, ans Herz gelegt hatte, die Wanderung noch am selben Tag zu machen, haben wir uns mit einer neuen Mütze, ein paar Postkarten und dem Plan, den Hooker Valley Track, nach einem kleinen Mittagsschläfchen auf dem Campingplatz, direkt zu beginnen, wieder auf den Weg zum Van gemacht, der ein paar Meter weiter abgeparkt war.

Natürlich wollte ich, ohne etwas seltsames bemerkt zu haben, einsteigen, als mir Merle aber ein paar große Reflektorteile, die auf der ganzen Straße verstreut lagen, gezeigt hatte und ich schockiert feststellen musste, dass mir jemand meinen rechten Blinker komplett zerstört hatte, war unser Plan erstmal auf Eis gelegt. Während ich dort also so fassungslos herumstand, fuhr plötzlich ein Reisebus an mir vorbei und man fragte mich, ob das denn mein Auto wäre. Herausgestellt hat sich dann, dass genau dieser Mann, der so relaxed halb aus dem Fenster des Busses heraushing, mit dem Heck seines Autos meinen Blinker abrasiert und offensichtlich nur zufällig nochmal vorbeikam, um mir zu sagen, dass mein Auto wohl das „kleinere Übel“ gewesen wäre, da er sonst wahrscheinlich einem anderen Van reingefahren wäre. Nachdem er die Leute im Bus abgeladen hatte, kam er nach geschlagenen 20 Minuten zurück, diesmal aber zu Fuß. Besser ist es.

Natürlich war er nicht versichert und auch, wenn es nur ein kleiner Schaden war, und er alle Kosten, die anfallen würden, übernehme, durfte ich mich auf die Suche nach einem neuen Reflektor machen, was sich bei einem 25 Jahre alten Auto als schwieriger erwies, als gedacht.

Inzwischen war schon fast der Zeitpunkt gekommen, an dem wir eigentlich den Hooker Valley Track beginnen wollten und so hatten wir nur gut 20 Minuten Zeit, uns noch einmal kurz zu erholen, da unser Campingplatz (der irgendwie eine unglaublich gruselige Stimmung verbreitete) fast 30 Kilometer vom Anfang des Tracks entfernt war. Mehr müde als entspannt und immer noch nicht wirklich über den Vorfall mit Betty hinweg, sind wir am Track angekommen und wirklich, schon nach den ersten 5 Minuten war alles, was an diesem Tag irgendwie schief gelaufen war, komplett vergessen.

Die Aussicht, die man auf Mount Cook, den Hooker Glacier und den Hooker Lake hatte, waren nicht von dieser Welt und da wir wieder mal riesen Glück mit dem Wetter hatten, wurde der eindrucksvolle, schneebedeckte Berg von der Sonne angestrahlt und sah so nur noch dramatischer aus. Über 3 Hängebrücken, durch wunderschöne (ich schreibe viel zu oft „wunderschön“, aber es ist einfach WUNDER SCHÖN) Graslandschaften und über mehrere Holzstege sind wir nach etwa 1 1/2 Stunden am Ziel angekommen, was noch einmal eine tolle Aussicht auf Mount Cook und den direkt davor liegenden Hooker Lake gab. Nach einem kleinen Päuschen sind wir dann den Rückweg angetreten, diesmal etwas gemütlicher, da wir geplant hatten, im Sonnenuntergang wieder zurück zum Anfang des Tracks zu laufen und so Mount Cook auch noch mal im Abendlicht betrachten zu können.

Da wir uns dabei aber etwas verrechnet hatten und eigentlich über 2 Stunden Zeit hatten, bis die Sonne unterging, haben wir uns dann doch dafür entschieden, nicht in Zeitlupe, sondern in normalem Tempo wieder zurück zu gehen und auch, wenn die Sonne noch nicht am untergehen war, sah die Landschaft auch auf dem Rückweg einfach toll aus. Während der Heimfahrt haben wir dann doch noch unseren Sonnenuntergang bekommen und konnten beobachten, wie Mount Cook langsam vom roten Licht verschlungen wurde, bis wir dann fast im Dunklen wieder auf unserem Campingplatz angekommen sind, wo wir von Dutzenden Kaninchen begrüßt wurden, die alle aus ihrem Bau kamen. Total zufrieden, glücklich und immer noch beeindruckt von dem, was wir in den letzten Stunden gesehen hatten, haben wir uns zur Feier des Tages eine große Portion Nudeln mit Tomatensauce gekocht und diese dann genüsslich im stockfinsterem Busch gegessen haben.

.

Oamaru

Unsere zweiter Tag am Fuß des Mount Cooks war, mal wieder, ein richtiger Gammeltag. Da der Campingplatz so abgeschottet von der Außenwelt, der Tank fast leer und das Wetter unbeständig war, blieb uns nichts anderes übrig, als den Tag mit einer Million Sandfliegen gemeinsam im Van zu verbringen. Dafür aber dann gut ausgeschlafen, ging unser Roadtrip am nächsten Morgen weiter, mit dem nächsten geplanten Stopp in Oamaru.

Nachdem wir uns die Straße auf der etwa 2 stündigen Fahrt mit Autos mit schlecht befestigten Fahrrädern, viel zu schnellen Trucks und zwei Polizisten in Zivil, die ein anderes Auto verfolgt haben, was uns am Ende noch fast in die Seite gefahren ist, teilen mussten, sind wir endlich in Oamaru angekommen. Da wir hungrig und müde waren, ging es erst zu McDonalds und dann auf den nicht weit vom Stadtzentrum entfernt gelegenen Campingplatz, auf dem wir nur von Dauercampern umgeben waren, die schon ziemlich lange dort zu sein schienen, da sie schon ihren eigenen Salat vor ihrem Caravan anbauten.

Glücklicherweise waren wir mal wieder zur richtigen Zeit am richtigen Ort, denn an unserem einzigen Tag in Oamaru, fand der wöchentliche Farmers Market statt, ein Gewusel aus Menschen in viktorianischen Kleidern, bunten Ständen und außergewöhnlichen Geschäften. Faszinierend war nicht nur die Ernsthaftigkeit, mit der die Menschen dort in ihren altertümlichen Roben herum gelaufen und in ihren „Rollen“ geblieben sind, (es gab sogar einen Schuhputz-Jungen) sondern auch die etwas verstörenden Galerien, in denen sämtliche Kuriositäten einer ganz eigenen Kunstrichtung ausgestellt waren: riesige Köpfe in allen Formen und Ausführungen, Voodoo-Puppen und angsteinflößende (aber doch wieder irgendwie coole) punkige Accessoires.

Nachdem wir uns sowohl von der Kultur, als auch vom Streetfood ein Bild gemacht hatten (um einen kurzen Stopp am Churros-Wagen sind wir nicht herum gekommen), ging es mit einer dampfenden, ruckeligen Eisenbahn mit etwa 10 km/h ans andere Ende der Stadt und wieder zurück. Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich mich nicht ein ganzes Stück in der Zeit zurückversetzt gefühlt hätte. 😄 Zum Abschluss des Tages haben wir uns noch eine Pizza in Scott’s Brewery, wo man so ziemlich genau in einer Brauerei umgeben von Braufässern sitzt, gegönnt um dann, nach einer weiteren Nacht in Oamaru, unseren letzten Stopp unseres gemeinsamen Roadtrips anzusteuern: Dunedin.

.

Dunedin

Dort angekommen, haben wir uns erstmal ein paar Nächte in ein Hostel eingebucht, was ziemlich direkt im Zentrum Dunedins lag. Nach einer längeren Zeit zu zweit im Van war ein eigenes Bett eine sehr willkommene Abwechslung und so haben wir erst einmal einige Tage die Seele baumeln lassen und haben uns mit ein bisschen Kunst in der Art Gallery versorgt, endlich mal wieder ein richtige Restaurant besucht (ziemlich romantisch, oder?), und bei Livemusik vor einem Pub ein paar Drinks genehmigt und es uns einfach mal gut gehen lassen. Das einzig Spannende, was in dieser Zeit im Hostel passiert ist, war ein Erdbeben, was gerade dann stattgefunden hat, als wir beide auf dem Klo saßen. Was für eine Erfahrung.

Dann kam Merle’s 19. Geburtstag, der sozusagen gleichzeitig unsere Abschiedsparty sein sollte und so haben wir uns am Samstagabend (besser hätte das Timing nicht sein können) auf den Weg zum Octagon, was sozusagen das Zentrum der Stadt definiert, gemacht und uns nach Clubs umgesehen, die keine alten Männer mit Gitarre auftreten lässt, sondern eben dem feiern in Deutschland etwas näher kommt. Da wir uns schon im Hostel jeder eine Flasche Wein eingeflößt hatten und daher schon etwas zutraulicher geworden waren, als sonst, hat sich Merle nach ein paar Minuten vergeblicher Suche nach Party auf den Weg gemacht, um ein paar Locals zu fragen, wo denn am Samstagabend in Dunedin so richtig was los wäre. Ehe wir uns versehen hatten, saßen wir mit 4 deutschen Jungs in einem Pub und hatten jeder ein riesiges Glas Bier auf dem Tisch, was sich bei keinem länger als 10 Minuten gehalten hat. Fast alle haben es getrunken, Merle hat es umgestoßen.

Da das noch nicht das war, wonach wir gesucht hatten, sind wir weiter gezogen und in einem Underground Club, von dem wir bis zu dem Zeitpunkt noch nicht einmal wussten, dass er existiert, gelandet. Nach ein paar Minuten war die Bude voll und es wurde uns ein Drink nach dem anderen ausgegeben, während wir draußen unter freiem Himmel im Regen zu Techno getanzt haben.

An irgendeinem Punkt, ich denke es war gegen halb 4 morgens, waren wir uns einig, dass wir uns wieder auf den Weg zurück ins Hostel machen sollten. Tja und was soll ich sagen, der nächste Tag war der schwärzeste meines gesamten Lebens. Nachdem Merle eine weitere Nacht für uns beide dazu gebucht hatte, weil ich nicht mal mehr in der Lage war, auf zu stehen und es selbst zu tun, hat sie sich am nächsten Tag dazu entschieden, das Hostel zu wechseln. Lange getrennt waren wir jedoch nicht, da wir uns noch am selben Abend zum Essen verabredet haben. 😄

Letztendlich muss ich sagen, dass ich die Zeit mit Merle sehr genossen habe, wir hatten eine Menge Spaß und ich bin mir sicher, dass man manche Menschen nicht einfach so trifft, sondern eben das aus einem bestimmten Grund passiert. So haben wir uns gesucht und gefunden und konnten aufgrund dessen, dass wir uns von Anfang an so gut verstanden haben und es sich angefühlt hat, als würden wir uns schon ewig kennen, viele schöne Momente und Erfahrungen miteinander teilen und ich bin froh, dass sie ein Teil meiner Reise durch Neuseeland gewesen ist.

Und damit verabschiede ich mich und freue mich schon, meine Erlebnisse mit euch zu teilen, wenn es für mich als Solo-Traveler weiter in den Süden Neuseelands geht. ☺️

Und Merle, falls du das liest, ich finde immer noch Locken von dir im Auto! 😄 Ich wünsche dir eine gute Weiterreise, ich hab dich lieb und wir sehen uns bestimmt ganz bald wieder! ❤️

print

Das könnte dir auch gefallen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.