Let’s get physical – die 80er sind zurück!

Manchmal habe ich das Gefühl, ich bin im falschen Jahrzehnt geboren, vor allem wenn ich mal wieder die alte CD von meinem Papa eingeworfen habe und lautstark, während ich mit dem Auto zur Schule fahre, Madonna höre. Mal ehrlich, wer wäre nicht froh gewesen, in den 80ern und 90ern aufwachsen zu können? Dauerwellen wohin man auch schaut, Puffärmel, Jane Fonda im knappen Body, bunte Klamotten und ein mindestens genauso buntes Makeup – die 80er waren ein modisches Desaster, aber genau dieses wilde Lebensgefühl und auch die Umsetzung des schrillen, fröhlichen und unkonventionellen Lifestyles in der Musik machen sie auch wieder einfach nur unglaublich cool. (Ich lieeebe Nena, Hubert Kah, Madonna, Kenny Loggins… wahrscheinlich würde ich bis morgen nicht fertig werden, wenn ich alle aufzählen würde :-D)

Und da die 2. Faschingsverantstaltung, die ich besucht habe, unter dem Motto „Jahrzehnte“ lief, habe ich mir gedacht, dass das doch die perfekte Gelegenheit ist, um den Stil der 80er noch einmal aufleben zu lassen, ihn zu feiern und zu ehren. Und deswegen gilt für uns: „die 80er haben angerufen, sie wollen ihre Klamotten und ihre  Frisur zurück“ (was sonst wahrscheinlich eher als Beleidigung aufgefasst wird :-D) ist genau das, was wir hören wollen! Wenn ihr diesen Satz hört, habt ihr gewonnen! 😀

Wie ich es in meinem letzten Beitrag bereits erwähnt habe, gibt es bei diesem Kostüm etwas mehr, was man sich wahrscheinlich vorher erst besorgen muss, weil man es noch nicht zuhause hat. Außerdem nimmt der Look weitaus mehr an Zeit in Anspruch, als das Letzte, was ich euch vorgestellt habe. (hier geht’s zum Deer Makeup) Aaaaber, man muss dazu sagen, dass es sich echt lohnt, sich ein bisschen ins Zeug zu legen, für mich hat das Kostüm sogar den 1. Platz für das beste Einzelkostüm (und damit auch Freigetränke :-D) eingebracht und noch dazu eine Menge Komplimente – also, lasst euch inspirieren und vielleicht rockt ihr auf der nächsten Mottoparty oder Faschingsverantstaltung auch den 80s Look – Let’s get physical!

Makeup

(zusätzlich zu eurer Standard Makeup-Ausstattung)

  • gut pigmentierte, knallige Lidschatten (pink, violett, hellblau)
  • dunkelblauer Flüssigeyeliner
  • blaue Mascara
  • pinker Blush
  • knalliges pinkes Lipgloss/Lippenstift
  • Fake Lashes (ruhig ein wenig auffälliger)
    1. Als erstes trage ich ganz normal mein alltägliches Makeup auf, lasse dabei aber natürlich mein Augenmakeup und meine Kontur aus.                                                                                                                         .
    2. Nachdem ich einen Primer oder etwas Concealer auf meinen Augenlidern verteilt habe, beginne ich mit einem knalligen pinken Lidschatten (zum Beispiel Tongue Pop aus der Marvycron Palette) mein gesamtes bewegliches Lid einzupinseln. Mit einem fluffigen Pinsel arbeite ich die Farbe auch in meine Lidfalte ein und verblende alles gut, bis keine Kanten mehr sichtbar sind. Danach trage ich über das pink etwas dunkelblau auf und verblende diese Farben miteinander, damit auf meinem Lid ein violett entsteht. Mit einem etwas helleren Blauton (zum Beispiel einem Ton aus der Revolution Palette Mermaids Forever (3. Reihe von unten, ganz rechts)) und einem schmaleren Pinsel ziehe ich dann nochmal ziemlich nah am Wimpernkranz eine Linie, die ich dann vorsichtig mit in das dunkelblau verblende, damit alle Farben nachher trotz weichen Übergängen noch sichtbar sind. Traut euch ruhig etwas mehr, um einen 80s Look zu kreieren braucht man nicht an Farbe zu sparen, und kann auch ruhig mit den verschiedensten Tönen um sich schmeißen, Hauptsache ES KNALLT. (super ordentlich müsst ihr übrigens auch nicht unbedingt sein, denn scharfe Linien und klare Abgrenzungen sind ja mal gar nicht 80s. :-D)
    3. Am unteren Wimpernkranz trage ich ebenfalls den hellblauen Lidschatten auf und verblende ihn weit nach unten.                                                                                                                                                                                                                                .
    4. Zum Schluss verbinde ich mit meinem fluffigen Pinsel noch den pinken Lidschatten mit dem vorderen Ende meiner Augenbrauen (also sozusagen am Nasenrücken entlang) und mache den Look so noch etwas mehr „typisch 80er“. Meine Augenbrauen habe ich in der Vorbereitung extra etwas „sprießen“ lassen, da gezupfte Augenbrauen damals nicht gerade das Idealbild einer schönen Braue war.
    5. Wenn ich damit fertig und relativ zufrieden bin, ziehe ich mir mit einem blauen Eyeliner einen Wing und einen dünnen Lidstrich, tusche meine oberen Wimpern wie gewohnt schwarz, die unteren jedoch blau, um noch etwas mehr pepp und etwas Außergewöhnlichkeit in den Look zu bringen – sackscharf! (ich liebe dieses Wort!)                                                                                                                                                             .
    6. Um das Makeup abzurunden, klebe ich mir jetzt noch meine Fake Lashes an und verbinde die falschen Wimpern  mit den echten noch einmal mit einer dünnen Schicht Mascara. Auf die Lippen klatsche ich mir jetzt noch den pinksten Lipgloss, den ich in der Drogerie überhaupt finden konnte (ich habe mich dann für einen von essence entschieden). Ein pinker Blush auf den Wangen darf natürlich auch nicht fehlen – und fertig ist der ultra endlaser astreine 80s Look. Und seien wir mal ehrlich, bei dieser Explosion an Farben kann euch keiner vorwerfen, dass ihr den 80s Look nicht rockt und wieder zurück in die Gegenwart gebracht habt!

Hair

  • Strohhalme
  • Bobby Pins (oder kleine Clips)
  • eine kleine Sprühflasche mit Wasser
  • ggf. eine Trockenhaube
  • viel Geduld 😀
  1. Als erstes teile ich meine Haare in viele kleine Abschnitte ein und befestige die, die ich gerade nicht brauche, einfach mit einem Haargummi, damit sie mir nicht während der Arbeit ins Gesicht baumeln.                                                                       .
  2. Jetzt nehme ich mir eine wirklich dünne Haarsträhne (je dicker die Strähne, desto undefinierter, bzw. eben größer werden die Locken später) und besprühe diese mit etwas Wasser, falls sie nicht feucht genug ist. Jedoch sollten die Haare auch nicht zu nass sein, da sonst das Trocknen eine halbe Ewigkeit dauert. Die beste Option ist, die Haare nach dem Waschen einfach anzuföhnen, damit sie nicht ganz trocken, aber auch nicht mehr nass sind.                                                                              ..         .
  3. Danach nehme ich mir einen einzelnen Strohhalm und eine Haarklemme und wickle die Strähne eng um den Strohhalm (den Strohhalm lege ich am Anfang unter das Haar), dabei achte ich aber darauf, dass ich so weit wie möglich am Haaransatz mit dem Aufwickeln beginne. Ist die Strähne vollständig um den Halm gewickelt, befestige ich das Ende mit der Haarklemme und drehe den Strohhalm noch einmal so lange nach oben, bis er direkt am Haaransatz anliegt. Danach verknote ich ihn fest, damit nichts verrutscht und schneide die Enden etwas ab, da man sonst schnell den Überblick verliert, wenn dann der ganze Kopf damit voll ist. Und dieses Prozedere wiederhole ich jetzt so lange, bis meine ganze Rübe mit kleinen Strohhalm-Haar-Schnecken bedeckt ist. Das Ganze dauert um die 60 min, also plant euch genügend Zeit ein. Ja, das klingt vielleicht viel, wenn man aber einmal den dreh raus hat, und nebenbei noch ein bisschen 80s Pop hört, dann geht das alles ziemlich leicht von der Hand. 😀 Es lohnt sich auf jeden Fall!

Ist dieser Part geschafft, geht es ans Trocknen, wobei jetzt jeder für sich selbst entscheiden muss, was ihm am meisten zusagt, und vor allem wie viel Zeit zur Verfügung steht. Entweder, man lässt die Schnecken über Nacht auf dem Kopf und macht sie am nächsten Tag auf (dabei muss ich euch warnen, es lässt sich unglaublich schlecht damit schlafen, da einem in jeder Pose die Bobby Pins in den Kopf stechen), föhnt die Locken so lange, bis man denkt, dass sie trocken sind (spart auf jeden Fall Zeit, es kann aber sein, man erwischt nicht alle gleich stark und sie kommen nicht so definiert heraus) oder man entscheidet sich für die sexy Methode: die Trockenhaube. Da ich leider nicht wirklich viel Zeit für Spielchen hatte, habe ich mir einfach diese Haube auf den Kopf gesetzt, sie angeschalten und ein paar Minuten gewartet. (wobei es nach ein paar Sekunden schon verkokelt gerochen hat und es mir fast die Glatze verbrannt hat – Notiz an mich: nicht sofort volle Gurke auf die höchste Stufe schalten, wenn mir meine Kopfhaut lieb ist)

4. Wenn sich die Haare trocken anfühlen, nehme ich die Haube ab und beginne, Locke für Locke den Strohhalm und die Haarklemme zu entfernen und sie vorsichtig vom Strohhalm herunterzuschieben, damit sie ihre Form behalten und sich nicht verlängern.

5. Ist auch dieser Teil geschafft  (der sicherlich auch nochmal einiges an Zeit in Anspruch nimmt), fahre ich nun mit den Fingern durch jede einzelne Strähne um sie zu teilen und fluffiger zu machen, wodurch der eigentliche Afrolook erst entsteht. Wie oft und wie stark man die Locken zerteilt ist Geschmackssache, ich für mich habe die Erfahrung gemacht, dass das Durchkämmen gar keine gute Idee ist, da das Haar dann einfach nur wie ein gigantisches Nest aussieht und keine Spur mehr von kleinen definierten Locken zu sehen ist. Auch hier heißt es also wieder: Geduld haben!

Bin ich mit der Definition der Locken zufrieden, ziehe ich mir einen Seitenscheitel und lege mein Haar über den Kopf. Mit einigen Bobby Pins stecke ich die restlichen Haare auf der anderen Seite dicht an meinem Kopf fest und zupfe einzelne Strähnen noch so zurecht, wie ich sie haben will. Und schon (Achtung, Ironie) ist auch schon der bouncy mega Lockenkopf Afrolook bereit, ausgetragen zu werden (und zu schocken! :-D)

Outfit

Zu den Klamotten an sich kann ich euch nur sagen: tobt euch aus! Alles ist erlaubt, es gibt nichts, was nicht zusammen passt und vor allem: zu 80s gibt es nicht. 😀 Ich habe mich für den Jane Fonda-Style entschieden und mir bei Asos einen schlichten weißen Body mit hohem Beinansatz bestellt. Darunter habe ich einfach eine blickdichte schwarze Strumpfhose getragen und den Look noch mit meinen weißen Retrosocken mit schwarzen Streifen gepimpt. Darüber habe ich eine Adidas Bomberjacke getragen und meine Nippel habe ich mit bestimmten Brustwarzenabdeckungen (in Herzform :-D) abgeklebt, damit man sie durch den dünnen Body-Stoff nicht sieht. Man muss dazu sagen, dass dieser Look natürlich irgendwo gewagt ist und auch etwas Mut dazu gehört, ihn auszutragen, aber das schöne an Fasching ist ja, dass es eigentlich nichts gibt, was nicht erlaubt oder zu gewagt ist. 😀 Alltagstauglich ist das Outfit sicherlich nicht. 😀

Für mich ist dieses wahrscheinlich eins der schönsten Kostüme (aber auch eins, oder das Aufwendigste), dass ich bis jetzt gestylt habe. Ich habe mich zumindest totaaal 80s gefühlt und es war super cool, einfach mal einen Look wieder zu beleben, wie man ihn zu dieser Zeit wahrscheinlich gar nicht sooo selten gesehen hat. 😀 Ich hoffe ihr hattet genauso  viel Spaß beim Lesen, wie ich beim Stylen und Schreiben und damit wünsche ich euch eine schöne restliche Woche und bis zum nächsten Look!

 


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