6 Monate im Ausland – Veränderungen, Verzicht und meine Highlights der Südinsel 𝐍𝐞𝐮𝐬𝐞𝐞𝐥𝐚𝐧𝐝 #𝟏𝟏

Leute, es ist einfach nur der Wahnsinn. Vor ziemlich genau einem halben Jahr bin ich nach einem 24 Stunden Flug in Auckland gelandet, allein, irgendwie eingeschüchtert und ohne Plan. Jetzt, nach über 180 Tagen, die ich hier am anderen Ende der Welt verbracht habe, kann ich sagen, dass dieser Ort bereits mein zweites Zuhause geworden ist, ich mich mittlerweile richtig wohl hier fühle und ich mir nicht vostellen kann, was ich alles verpasst hätte, wenn ich diese Gelegenheit nicht genutzt und meiner Angst davor, 12 Monate im 18 000 Kilometer entfernten Neuseeland zu leben, nachgegeben hätte.

Die Zeit ist viel zu schnell vergangen und obwohl es sich so anfühlt, als wäre ich erst gestern hier angekommen, habe ich im Rückblick auf die letzten 6 Monate hier so unfassbar viel erlebt, dass ich es selbst gar nicht richtig fassen kann. All die Menschen, die mir bis jetzt begegnet sind, all die magischen Orte, die ich besucht habe und all die Einblicke, die ich in das Leben, den Alltag und die Kultur der Neuseeländer bekommen habe, haben mich verändert, mir neue Welten eröffnet, meine Denkweise und meinen Charakter geformt und mich zu dem Menschen gemacht, der ich gerade bin, nämlich eine glücklichere, dankbarere, zufriedenere, achtsamere und offenere Version von mir selbst.

In diesem Beitrag möchte ich ein paar eurer Fragen beantworten und euch am Ende meine Highlights des letzten halben Jahres noch einmal in einer kleinen Diashow vorstellen. Viel Spaß beim Lesen!

 


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Eure Fragen, meine Antworten

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Hast du bist jetzt Momente gehabt, in denen du das Gefühl hattest, nicht weiter zu kommen?

Tatsächlich hatte ich während dieser 6 Monate genau ein einziges Mal das Gefühl, nicht zu wissen, wie es weiter geht. Bis zu diesem Zeitpunkt lief alles wie geschmiert, ich habe genau die richtigen Entscheidungen getroffen, was meine Reiseroute, Reisegeschwindigkeit und meine Ausgaben angeht, habe aber kurz bevor meine Reise auf der Südinsel endete, gemerkt, dass ich so nicht weitermachen konnte, mir irgendetwas fehlte und ich nach so vielen Wochen umherfahren, wandern und entdecken einfach nur herunterkommen und mich irgendwo an einem Ort für einige Zeit niederlassen wollte.

Dementsprechend habe ich mir einen Job als AuPair gesucht, was mich dann glücklicherweise wieder auf den richtigen Weg gebracht hat und ich nach dieser langen Zeit „on the road“ endlich wieder mal das Gefühl vom „Zuhause sein“ hatte, was mir wirklich sehr gefehlt und somit die Freude am Reisen genommen hat.

Ich denke der Schlüssel dafür, auf so einer langen und intensiven Reise selten oder gar nicht in Situationen zu kommen, in denen man das Gefühl bekommt, zu stagnieren und einfach nicht vom Fleck zu kommen, ist, auf sein Herz zu hören und das zu tun, was für einen selbst in diesem Moment richtig und gut scheint, sich zu nichts zu zwingen (oder zwingen zu lassen) und negative Gefühle nicht zu unterdrücken, sondern ihnen auf den Grund zu gehen.

 

Was glaubst du, inwieweit dich diese Zeit verändert hat?

Hier kann ich den Gedanken der letzten Antwort direkt fortführen, da ich eine besonders große Veränderung bei mir festgestellt habe, wenn es darum geht, eben die richtigen Entscheidungen zu treffen und auf mein Bauchgefühl zu hören. Während dieser Zeit, und vor allem während der Zeit, in der ich allein unterwegs war, allein eine Lösung für alle Probleme finden musste und allein wichtige Entscheidungen treffen musste, habe ich mich selbst unglaublich gut kennengelernt. Dazu gehört einerseits, dass ich jetzt viel besser weiß, was ich will, was mich erfüllt und wie ich selbst ticke. Andererseits umfasst das auch, zu wissen, wo meine Grenzen liegen und wie weit ich gehen kann, ohne mich selbst in Gefahr zu bringen. Ich weiß jetzt auch viel besser, zu was ich sowohl körperlich, als auch psychisch in der Lage bin, vor welchen Dingen ich Angst habe, und wie ich diese Ängste überwinden und mir zum Vorteil machen kann. Insgesamt bin ich mir sicher, dass man während eines Auslandsjahres eine große Persönlichkeitsentwicklung durchmacht und viele wertvolle Dinge lernt – sowohl über sich selbst, auch als über das Leben.

 

Hast du schon Pläne, was du nach deiner Reise zurück in Deutschland machen möchtest?

Nachdem ich mich wieder in Deutschland eingelebt, mit meiner Familie und meinen Freunden die Zeit zumindest wieder etwas aufgeholt habe und einfach wieder richtig im Alltag angekommen bin, werde ich mich auf jeden Fall auf die Suche nach einer Möglichkeit machen, bis zu meinem Studienstart Geld zu verdienen und weiter für mein Studium zu sparen. Während dieser Zeit habe ich auch vor, meinen künstlerischen Hobbies wieder nachzugehen, die ich hier leider nicht wirklich ausleben kann, mich weiter auszuprobieren, auf meine Aufnahmeprüfung hinzuarbeiten und mir schließlich, wenn hoffentlich alles so klappt, wie ich mir das wünsche, eine Wohnung in München zu suchen, um dann 2020 mein Studium als Maskenbildnerin zu beginnen. *freu*

 

Musstest du dich bis jetzt bei irgendwelchen Sachen einschränken?

Tatsächlich musste ich mich während des Reisens im Van nur von wenigen Sachen verabschieden, die ich sonst für ziemlich selbstverständlich angesehen habe. Nämlich einerseits von einem Kühlschrank und damit auch davon, jegliche Produkte, die gekühlt werden müssen, essen zu können und andererseits von sogut wie allem, was irgendwie zur Sparte „Luxus“ gehört. Dazu gehören zum Beispiel viele Klamotten, ständig verfügbare Elektrizität oder Internet, selten auch warmes Wasser, Heizung/Klimaanlage und ein richtiges Bett. Ich muss jedoch sagen, dass mich keines der eben genannten Dinge wirklich gestört hat und ich mich einfach an den Lebensstil gewöhnt und ihn genau so, wie er ist, lieben gelernt habe. Denn auch, wenn man sich ziemlich schnell an einen bestimmten Komfort gewöhnt hat und diesen als standardmäßig ansieht, stellt man sich, wenn man wirklich will, genau so schnell auf eine andere Lebensweise ein, in meinem Fall eben eine mit weniger Luxus. Ein schöner Nebeneffekt: erst, wenn man einmal komplett auf Luxus verzichtet hat wird einem klar, wie wenig der Mensch eigentlich zum leben und zum glücklich sein braucht und wie glücklich wir uns schätzen können, dass uns für uns selbstverständliche Dinge, wie warmes Wasser, Internet, ein Geschirrspüler oder eine Waschmaschine und allgemein ein unglaublicher Komfort im Alltag zur Verfügung stehen, obwohl diese eigentlich gar nicht so selbstverständlich sind.

 

Hast du viel Kontakt zu Deutschland? Hast du noch Kontakt zu Merle oder zu den anderne Leuten, die du kennengelernt hast?

Mit meinen Eltern und Freunden Zuhause in Deutschland habe ich meistens fast täglich Kontakt, was mir besonders auch in der Phase, in der ich die meiste Zeit alleine war, geholfen hat, mich nicht einsam zu fühlen. Mit Merle, der Person, mit der ich mehrere Wochen gearbeitet habe und gereist bin, habe ich auch noch sehr viel Kontakt und fiebere schon auf den Tag hin, an dem wir uns in Wellington wieder treffen. Zu vielen Menschen, die ich nur flüchtig kennengelernt, zu denen ich dadurch natürlich nicht wirklich eine Beziehung aufgebaut und mit denen ich vielleicht nur ein paar Stunden verbracht habe, habe ich eher weniger Kontakt, obwohl wir uns natürlich alle über Social Media verbunden haben und so in gewisser Weise schon alle noch in regelmäßigem, wenn auch nicht direktem, Kontakt stehen.

 

Was waren bis jetzt deine Highlights deiner Reise?

Ich werde so oft gefragt, was mir bis jetzt am allerbesten gefallen hätte, oftmals kann ich aber darauf einfach nicht antworten, da mir so viele verschiedene Dinge auf einmal einfallen, die einfach nur atemberaubend schön oder total beeindruckend und prägend waren. Und genau aus diesem Gund, weil ich mich nicht für einen Ort oder für ein Erlebnis entscheiden kann, möchte ich euch zum Schluss einen kleinen Einblick in meine Highlights geben. Wobei ich natürlich sagen muss, dass nicht nur Orte und Sehenswürdigkeiten meine bisherige Reise geprägt haben, sondern auch Bekanntschaften, Erkenntnisse und Gefühle, die ich in dieser kleinen Diashow leider nicht zeigen kann. Trotzdem hoffe ich, dass euch dieser kleine Rückblick gefällt und wünsche euch eine schöne Woche.

Bis zum nächsten Mal,

 

 

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