Robbenbabies, Whale Watching auf Umwegen und Lektionen für’s Leben – von Picton nach Hanmer Springs (East Coast) 𝐍𝐞𝐮𝐬𝐞𝐞𝐥𝐚𝐧𝐝 #𝟔

#1 Picton
#2 Blenheim
#3 Kaikoura
#4 Hanmer Springs

Warum gerade Neuseeland?

In den 3 Tagen, in denen ich im Hostel in Picton gewohnt habe, habe ich mich das erste Mal intensiv damit auseinander gesetzt, was ich von Neuseeland alles sehen möchte und wo mein Roadtrip beginnen – und enden soll.

Nach meinem ersten Plan, die Südinsel im Zickzack zu bereisen, habe ich mich letztendlich dagegen entschieden und dafür, zuerst die Ostküste entlang zu fahren, im Süden der Südinsel ein paar Tage auf Stewart Island zu verbringen und dann wieder an der Westküste nach oben zu reisen und natürlich auch alle Orte und Sehenswürdigkeiten zu besuchen, die sich im Inneren der Insel befinden. So steht der grobe Plan zu erst einmal fest, was ich dann in jeder Stadt und an jedem Ort genau unternehme und mir anschaue, entscheide ich mehr oder weniger spontan, indem ich mich bei den vielen i-sites im Land schlau mache, in meinen Reiseführern herumstöbere und mich bei Locals erkundige, was es zu sehen gibt. (ignoriert das rote Symbol einfach, das hat nichts mit dem eigentlichen Ziel zutun)

Mit diesem mehr oder weniger detaillierten Plan habe ich mich dann auch auf die Suche nach Menschen gemacht, die genau das Selbe vor haben, oder sich zumindest in der Nähe von mir befinden. Und sagen wir es mal so: ich habe mehrere Dates auf der Südinsel mit potenziellen Travelbuddies ausgemacht, wobei das erste in Christchurch mit Merle, einem Mädchen aus Thüringen, gleich ein Volltreffer sein sollte. Mit gutem Gewissen, zu wissen, in welche Richtung ich fahren muss und voller Motivation und Vorfreude (und irgendwie auch froh, mich erstmal von Hostels verabschieden zu können) habe ich mich dann auf den Weg gemacht. 🚌❤️

Mein erster „Stopp“, etwa 3 km vom Hostel entfernt, war die kleine Innenstadt von Picton. Nicht spektakulär, aber niedlich, wie sich viele kleine Restaurants und Cafés aneinander reihen, umgeben von Palmen und nur ein paar Schritte vom Pazifik entfernt. Nicht weit von der „City“ habe ich ein Stückchen Strand entdeckt, Whites Bay. Dort habe ich ein kleines Picknick mit dem gemacht, was mein Vorrat an Essen noch so hergegeben hat (also Bananen, Sandwichkäse und Toast) um mich nach der kleinen Pause zur nächsten Tankstelle zu begeben. Denn nachdem mich meine Navigation Kilometerweit ins Innere des Buschs gelotst hat, wurde mein Tank ganz plötzlich ziemlich knapp und mir ging der Arsch auf Grundeis, dass ich irgendwo im Nirgendwo stehen bleibe. Zum Schluss habe ich doch alles noch rechtzeitig geschafft und mich dann weiter auf den Weg Richtung Campingplatz in der Nähe von Blenheim, einem kleinen Ort, bekannt für seinen Weinanbau, gemacht.

Warum gerade Neuseeland?

In Blenheim aufgewacht bin ich (wieder mal) mit einem wunderschönen Ausblick auf die Berge. Nachdem ich die Stadt, inklusive dem schönen, blühenden Pollard Park, zu Fuß etwas erkundet hatte, habe ich mich dann (zugegebenermaßen mit geringen Erwartungen) auf den Weg nach Omaka ins Heritage Aviation Centre gemacht. Geschichte, ekelhaf.

Zu meiner Überraschung war das mit Abstand die coolste, realistischste und ergreifendste Ausstellung die ich jemals gesehen habe. Der Fokus dieser Ausstellung lag auf der Entwicklung der Luftfahrt während des ersten und zweiten Weltkrieges. Neben echten Uniformen, restaurierten Flugzeugen und gruselig echt aussehenden Figuren, gab es einen Raum, in dem man (fast) hautnah bei der Schlacht in Stalingrad dabei sein konnte. Man wurde regelrecht bombardiert und hat sich dem Ganzen erschreckend nah gefühlt. Obwohl ich alleine da war, und keine Führung gebucht hatte, hat mir ein alter Mann, der wahrscheinlich während des zweiten Weltkrieges ein Kind gewesen war und diese schrecklichen Jahre bei vollem Bewusstsein miterleben musste, voller Leidenschaft zu jedem Flugzeug und zu jeder Uniform eine kleine Geschichte erzählt.

Diese Ausstellung hat mir das erste Mal richtig vor Augen geführt, wie unglaublich verheerende und gigantische Ausmaße diese Kriege hatten. Obwohl ich in der Schule nie wirklich Zugang zu Geschichte gefunden habe, was vielleicht daran lag, dass man uns immer nur dazu gezwungen hat, Fakten auswendig zu lernen und nie wirklich die Möglichkeit hatte, sich wirklich intensiv und „mit allen Sinnen“ in die Lage der Menschen und die Situation während der Kriege hinein zu versetzen, hat mich diese Erfahrung sehr berührt. Es sollte Pflicht für jeden sein, sich diese angsteinflößenden Aufnahmen, die Waffen und die Geschichten der Menschen an zu schauen, gerade deswegen, weil sich unsere Welt gerade in solch einem Chaos befindet, dass es mich nicht wundern würde, wenn wir uns mit großen Schritten dem nächsten (großen) Krieg nähern.

Gut, genug Moral gepredigt. Dass unsere Welt doch noch Humor hat und es noch Hoffnung gibt, beweist Neuseeland, denn hier gibt es Campingplätze, gelegen an einem kleinen Bächlein, mitten im Grün und umgeben von Vögeln, auf denen die „Hauptattraktion“ Eddie der Hausaal ist.

Nachdem ich den Abend mit einem Bier und mit Ausblick auf den Sonnenuntergang verbracht habe, bin ich am nächsten Morgen mit dem Plan aufgewacht, eine kleine Wanderung zu machen, obwohl ich (wer mich kennt, weiß es), eigentlich absolut kein Wanderer bin und ich erfahrungsgemäß schon nach 500 Metern keine Lust mehr habe. Wahrscheinlich hat mich die frische neuseeländische Luft aber etwas benebelt und ich bin trotzdem voller Motivation, endlich ein Wanderer zu werden, zum Startpunkt des Tracks gefahren, der einen wunderschönen Ausblick über Blenheim geben sollte und neben vielen verschiedenen Wegen auch einen für Anfänger, wie mich, bereit halten sollte.

Nachdem ich den ersten Hügel bezwungen hatte (im wahrsten Sinne des Wortes, ich habe gekeucht wie ein Walross), hatte ich das Gefühl, dass ich falsch bin. Vielleicht waren es die vielen Radspuren oder die schmalen Wege, die niemals für Fußgänger ausgelegt hätten sein können, aber irgendwas kam mir spanisch vor und nach dem ersten Schild wusste ich auch, was es war: ich bin etwa zwei Kilometer auf einem Mountainbike-Track gelaufen. Ich schwöre, ich habe überall nach Hinweisen gesucht, aber nirgendwo stand, dass der Weg für Wanderer verboten war. Ich hatte Glück, dass sich mein Bein in keiner Speiche eines Mountainbikers verfangen hatte, weil glücklicherweise gerade keiner unterwegs war. Trotzdem konnte ich gar nicht schnell genug wieder zum Auto „wandern“ und musste den schönen Ausblick leider hinter mir lassen.

Da es schon Nachmittag war und ich noch keine Ahnung hatte, wo ich die Nacht bleiben sollte, habe ich mich dann auf den Weg zu einem Campingplatz gemacht, der in etwa zwischen Blenheim und Kaikoura lag. Denn nach Kaikoura wollte ich nicht direkt fahren, da die Fahrt über zwei Stunden lang gewesen wäre. Natürlich kam, wie immer, alles ganz anders, denn als ich nur noch ein paar wenige Kilometer vom Campingplatz entfernt war, wurde mir klar, dass ich dafür $8 Cash dabei haben musste, um zu bezahlen. Mein Gefühl, dass ich nicht mehr genug Bargeld dabei hatte, hat sich bestätigt. Ich hatte $7,80. Lassen wir jetzt mal so im Raum stehen. Und ratet mal wo der nächste Campingplatz war: logisch, kurz vor Kaikoura.

Voller Freude bin ich dann also die restlichen 1 1/2 Stunden nach Kaikoura gefahren (was letztendlich gar nicht sooo schlimm war, da ich auf dem Weg sogar noch ein schönes Stück Strand entdeckt habe), um mir dann für $48 die Nacht einen Stellplatz in einem Holiday Park zu gönnen. Da ist mein Plan ja mal richtig aufgegangen, würde ich mal sagen. An diesem Tag habe ich gelernt, alle Schilder immer zwei Mal zu lesen und mich zuerst zu informieren, welchen Wanderweg ich nehmen sollte. Und dass ich immer etwas Bargeld dabei haben sollte, mindestens 8 Dollar.

Warum gerade Neuseeland?

An meinem ersten Tag in Kaikoura habe ich mir natürlich als erstes die kleine Innenstadt angeschaut. Wieder nicht sonderlich groß und spektakulär, aber immerhin gemütlich und total einladend, vor allem weil man einfache Imbisse und kleine Läden vor einer unglaublichen Kulisse zu sehen bekommt, den Kaikoura Ranges. Da ich mir sicher war, dass die Fish & Chips direkt an der Küste des Pazifiks gut sein mussten, habe ich mir zum Mittagessen eine Portion genehmigt. Und ich muss sagen, abgesehen von der Invasion der Möwen, die mich und mein Essen hemmungslos attackiert haben (und einen halben Meter vor mir auf den Tisch gekackt haben), kann man, trotz, dass es Fast Food ist, von wirklich gutem und einfachem Essen sprechen. Bevor ich mich auf die Suche nach einer günstigeren Bleibe in der Nähe des Zentrums gemacht habe, habe ich natürlich noch das Informationscenter besucht. Dort wurde mir ans Herz gelegt, unbedingt einen Tag Whale Watching zu machen, mir die Robbenkolonie anzuschauen und frisch gefangenen und zubereiteten Fisch zu probieren. Gesagt, getan: erster Halt an Tag zwei, Robbenkolonie.

Auf dem Weg zum Point Kean auf der Halbinsel Kaikoura bin ich am Fyffe Haus vorbeigekommen, einem kleinen rosa Häuschen, welches auf Walknochen gebaut wurde. Nachdem ich mein Auto abgestellt und ein paar Schritte auf den Felsen hinein ins Meer gegangen bin (bei Ebbe natürlich), habe ich auch schon die erste Robbe entdeckt, und ein paar Meter dahinter eine Robbenmama mit ihren zwei Babies. Es ist irgendwie magisch, diesen wunderschönen und zuckersüßen Tieren so nah zu sein, dass man sie atmen hören kann. Die Robbenkinder haben mich zwar angeschaut, als wäre ich ein Alien, aber besonders beeindruckt von den vielen Touristen waren sie nicht wirklich. Denn je später es wurde, desto mehr Menschen kamen, um die Robbenkolonie zu beobachten. Unter anderem eine Gruppe Asiaten, die mit ihrem lauten Gegröle, ihren riesigen Kameras und ihrer Selfie-Sucht (Ja, sie haben Selfies mit den Robben gemacht. Schade, dass ihnen keine den Finger abgebissen hat) dieses schöne Szenario und die ruhige, idyllische Natur komplett zerstört haben. Ich war froh, dass ich schon so zeitig da war, um die Tiere zu beobachten, einerseits wegen des Einmarschs der Asiaten, andererseits, weil sich langsam auch das Wasser wieder seinen Weg zurück Richtung Land suchte. Wahrscheinlich haben ein paar von ihnen auch ein Selfie mit der Flut gemacht.

Meine Highlights, ganz abgesehen von den Robbenbabies, waren dann noch eine einbeinige Möwe, die mitten auf dem Parkplatz stand und einige Paua Muscheln, die ich zwischen den Felsspalten gefunden habe. Nachdem ich trotz Gummistiefeln ungefähr 10 Liter Wasser geschöpft habe, logisch. Am Point Kean habe ich einen tollen Nachmittag verbracht und ich war wirklich fasziniert, wie weit sich das Wasser bei Ebbe zurückzieht (mal davon abgesehen, dass ich bis vor ein paar Wochen noch nicht mal wusste, dass es in Neuseeland Gezeiten gibt 😄) und wie wunderschön diese „Kraterlandschaft“, die sich sonst eigentlich völlig unter Wasser befindet, eigentlich ist.

Auf dem Rückweg habe ich dann beim berühmten Seafood BBQ Halt gemacht und wollte die für die Region bekannten Langusten probieren, bei dem Preis von $50 pro Portion bin ich aber fast aus den Latschen gekippt und habe dann die günstigere, aber mindestens genau so gute Variante gewählt: Lachs.

An diesem Tag wollte ich mir eigentlich noch eine Schaf-Schär-Show anschauen, bei dieser war aber, genau so wie bei dem Farm Park, den ich stattdessen besuchen wollte, keine Menschenseele zu sehen, die sich verantwortlich fühlte. Wenigstens habe ich ein paar Lamas gesehen und mit dem guten Gefühl, wahrscheinlich nichts verpasst zu haben, weil diese „Farm“ eher den Anschein machte, dass sie seit 50 Jahren keiner mehr betreten hat, bin ich zurück auf meinen Campingplatz gefahren, um dort meine zweite Nacht in Kaikoura zu verbringen. 🌙

Am nächsten Morgen bin ich das erste Mal noch während des Sonnenaufgangs aufgewacht, nicht etwa, weil ich ausgeschlafen, sondern total aufgeregt und voller Vorfreude war. Denn um 10 Uhr morgens sollte ich in einem Flugzeug über Kaikoura fliegen, um Wale zu beobachten. Am Flugplatz angekommen, ging es nach einer kurzen Einführung auch eigentlich direkt los, denn kurz vor unserem Start wurde ein Wal an der Oberfläche gesichtet. Nachdem alle sicher im Flugzeug angeschnallt und bereit zum Start waren (der Mann vor mir hat auf der Suche nach seinem Gurt versehentlich mein Bein ungefähr 5 Minuten lang geknetet, war ganz angenehm), hat der niedliche Pilot den Flieger gestartet und nach ein paar wenigen Sekunden sind wir auch schon langsam (und etwas wackelig) abgehoben. Und Leute, ich kann euch sagen, dass der Ausblick auf den Pazifik und auf Kaikoura einfach bombastisch war.

Glücklicherweise habe ich mir einen wunderschönen, fast wolkenlosen Tag für meinen Flug heraus gesucht, obwohl am ziemlich verregneten und kalten Tag davor noch nicht klar war, ob das Whale Watching überhaupt stattfinden sollte. Der Flug ging insgesamt 40 Minuten, und während wir die tolle Landschaft genossen haben, haben wir natürlich immer ein Auge auf den Ozean unter uns geworfen, um einen Wal zu entdecken. Leider hatten wir Pech, denn wahrscheinlich waren wir gerade dann in der Luft, als der Wal gerade wieder untergetaucht war, denn in dieser dreiviertel Stunde konnten wir leider keinen entdecken. Etwas enttäuscht, aber trotzdem erneut beeindruckt von der wunderschönen Natur Neuseelands, sind wir wieder gelandet und nach der Verabschiedung vom Pilot wollte ich mich auf den Weg Richtung Hanmer Springs, meinem nächsten geplanten Stopp, machen. Im Auto habe ich mir dann erst einmal meine Bilder angeschaut und habe mich vor mich hin gefreut, als auf einmal eine Frau meine Autotür aufgerissen hat und mich fragte, ob ich noch eine Minute Zeit hätte. Wieder im Office der Air Kaikoura, hat sie mir auf einmal wieder eine Rettungsweste umgeschnallt und auf die Frage, was jetzt abgehen würde, meinte sie nur: nochmal das Selbe!

Herausgestellt hatte sich dann, dass beim nächsten Flug noch ein Platz frei war und dieser umsonst leer geblieben wäre, wenn keiner mehr mit geflogen wäre. Etwas überrascht und überfordert saß ich 5 Minuten später also wieder auf meinem (schon vorgewärmten) Stammplatz im Flugzeug und durfte noch einmal mitfliegen. Diesmal konnte ich die Aussicht noch ein bisschen mehr genießen, da ich beim zweiten Mal wusste, dass es normal war, wenn sich das Flugzeug fast 90 Grad zur Seite neigte, um auch den Bereich direkt unter der Maschine beobachten zu können und das Teil eben nicht kurz vorm Sturzflug war. Nach etwa der Hälfte des Fluges hatte ich mich schon fast damit abgefunden, heute wohl keinen Wal mehr zu Gesicht zu bekommen, aber ein paar Minuten später wurde ich eines besseren belehrt, denn einige Meter vor uns kam tatsächlich gerade ein Pottwal an die Wasseroberfläche, um nach Luft zu schnappen. Ich war so glücklich und überwältigt von der Größe dieses Tieres (die man sich wirklich überhaupt gar nicht vorstellen kann, bevor man nicht einen Wal aus der Nähe gesehen hat), dass ich den Brechreiz, den ich hatte, als sich das Flugzeug wieder in die Senkrechte begeben hat, einfach ignoriert habe. Da das Wasser an diesem Tag so unglaublich ruhig (was eigentlich ungewöhnlich für diese Surfregion ist) und klar war, konnte man sogar das Maul des Pottwals sehen, genauso wie seine komplette Größe und die Schwanzflosse, die sich trotzdem noch unter Wasser befand. Da wir die Flugzeit schon überschritten hatten, ist der Pilot nochmal 360 Grad um das Tier herumgeflogen, bevor es wieder Richtung Land ging.

Total zufrieden und mir bewusst, was für ein Glück ich hatte, nochmal mitgeflogen sein zu dürfen, habe ich mich dann endlich weiter Richtung Hanmer Springs gemacht, bevor ich ungefähr auf halber Strecke meine Nacht auf einem Campingplatz verbracht habe und zum Abschluss des Tages ein kühles Bier in der Abendsonne getrunken habe. Wie immer eigentlich. 😁
Die eigentliche Fahrt nach Hanmer Springs war zwar malerisch und verbunden mit wunderschönen Ausblicken und Landschaften, aber auch einfach nur anstrengend. Als mir gesagt wurde, Neuseelands Straßen wären kurvig, hätte ich nie gedacht, dass damit gemeint war, dass man teilweise gezwungen ist, im ersten Gang um „Kurven“ zu fahren, die dem Wort Kurve eine völlig neue Definition geben. Und nein, es gibt keine mal-mehr, mal-weniger-kurvigen Abschnitte, die ganze Südinsel ist eine einzige Kurve. Wow, ich habe jetzt ungefähr 10 mal Kurve geschrieben, aber damit ihr versteht, was ich meine und warum ich nach 2 Stunden Fahrt so fertig war, wie noch nie, hier ein kleiner Ausschnitt der Route von Google Maps.

Warum gerade Neuseeland?

Für meinen ersten Tag in Hanmer Springs habe ich geplant, mich einfach mal eine Runde zu entspannen. Also wollte ich meinen Vormittag in den für die Stadt bekannten Thermalquellen verbringen, um mich einfach mal etwas von dem stressigen Backpacker-Alltag zu erholen. (yes, im serious 😁) Denn wenn man den halben Tag herum fährt, sich Städte und Sehenswürdigkeiten anschaut und jeden Tag selbst planen muss, vom Aufstehen bis hin zum Schlafplatz für die nächste Nacht, ist es doch schön, im 40 Grad warmen Wasser einfach mal richtig hart die Seele baumeln zu lassen. So habe ich mir das zumindest vorgestellt. Leider habe ich in meinen Traum nicht mit einkalkuliert, dass sich Samstag Mittag etwa eine Milliarde Menschen vorgenommen haben, richtig hart die Seele baumeln zu lassen und die Thermalquellen natürlich brechend voll waren. Mal davon abgesehen, haben die Quellen mit Schwefelmineralien einfach nur nach Furz gerochen und bei denen, die normal gerochen haben, hätte man sich wahrscheinlich bei einem alten Mann auf den Schoß setzen müssen, wenn man noch einen Platz im Pool haben wollte. Mindestens 5 schreiende Kinder in jedem der Pools haben mir dann den Rest gegeben.
Abgesehen davon, dass ich schon nach 10 Minuten schrumpelig wie eine Rosine war, hat mir dieser Besuch bei den Thermalquellen wirklich nichts gebracht, außer Aggressionen und einen anhaltenden Geruch nach faulen Eiern in der Nase.

Mein zweiter und letzter Tag in Hanmer Springs sollte eigentlich eher langweilig verlaufen, da ich meine ganzen Geräte nur in der Bibliothek aufladen und mich dann bereit für meinen Trip nach Christchurch machen wollte, wo ich dann meinen Travelbuddy treffen sollte. Am Ende bin ich aber auf dem Weg zur Bibliothek auf einem wunderschönen Wanderweg durch den Wald gelandet (diesmal nicht für nur Mountainbikes, nein) und habe so meinen letzten Tag in Hanmer Springs doch noch richtig schön verbracht und ich war überrascht, wie schön ein Wald eigentlich sein kann.

Wie das erste Treffen mit meinem Travelbuddy abgelaufen ist und wie wir unsere Zeit in Christchurch verbracht haben, erfahrt ihr im nächsten Beitrag. Ich hoffe dieser (wieder mal etwas längere 😄) Blogpost hat euch gefallen und wir lesen uns bald wieder! 😊

Bis dahin,

print

Das könnte dir auch gefallen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.