Weiße Schlösser, Pferdekutschen und Schnitzel – das ist Wien. Und nicht nur das; was die Stadt ausmacht, sind ihre offenen, herzlichen Bewohner, die engen Gassen, in denen sich links und rechts wunderschöne Häuser aus der Gründerzeit aneinanderreihen, die High Society und die Straßenmusiker. Wien hat so unglaublich viel zu bieten, ist so vielseitig, prunkvoll und anziehend, dass es kein Wunder ist, dass die Stadt 2019 zum 10. Mal in Folge zur lebenswertesten Stadt der Welt gekürt wurde.

Gründerzeithäuser so weit das Auge reicht

 

Ankommen, durchatmen, zurechtfinden.

Zuerst wusste ich gar nicht so richtig, was ich als erstes sehen wollte. Es gibt einfach zu viele Möglichkeiten. Die einzige Lösung: einfach loszulaufen. Viel falsch machen kann man dabei nicht, denn es gibt hinter jeder Ecke etwas Tolles zu entdecken.

Die ersten Schritte in einer neuen Stadt sind dabei irgendwie immer etwas ganz Besonderes. Wie die Menschen miteinander sprechen, wie sie wohnen, einkaufen, was sie essen. Ich habe den Wienern so gerne zugehört, dass ich sie manchmal gerne verfolgt hätte, um dem Gespräch noch ein bisschen länger lauschen zu können, obwohl ich sowieso nur die Hälfte von dem, was sie sagen, verstehe.

Herausgefunden habe ich auf jeden Fall, dass man sich in Wien, wenn nicht zu Fuß, am Besten über weitere Strecken mit den öffentlichen Verkehrsmitteln bewegt.

Die Wiener Linien – schnell, bequem, günstig

Wien verfügt über ein sehr gut ausgebautes und extrem schnelles U-Bahn System, sowie über ein sehr weitläufiges S-Bahn- und Busnetz. Am Einfachsten macht man es sich, wenn man sich gleich für einen größeren Zeitraum, in dem man plant in Wien unterwegs zu sein, ein Ticket kauft –  zum Beispiel für 24, 48 oder 72 Stunden. Mit diesem Ticket kann man dann U-Bahn, S-Bahn und Bus so oft man will benutzen, was wirklich toll ist, um in dieser gar nicht mal so kleinen Stadt schnell und effektiv herumzukommen.

Tickets und Preise der Wiener Linien gibt es hier.


In der Ruhe liegt die Kraft, auch in einer Stadt wie Wien

2019 hat die Hauptstadt Österreichs rund 17,6 Millionen Touristen empfangen, da kann man sich wahrscheinlich vorstellen, wie viele Menschen jeden Tag in den Straßen Wiens unterwegs sind. Irgendwie herrscht immer ein gewisser Stress, es ist viel los, man steht unter Strom. Von der Masse mitreißen sollte man sich aber dennoch nicht, denn Wien ist viel zu schön, um es nicht langsam und bewusst zu genießen.

die Wiener Hofburg ist heute der Sitz des österreichischen Bundespräsidenten

Alle Sehenswürdigkeiten Wiens in einen oder zwei Tage packen zu wollen, macht demnach nicht viel Sinn. Viel besser ist es, sich für ein paar wenige zu entscheiden, die man unbedingt sehen möchte und für die man sich dann auch wirklich genügend Zeit nehmen kann. Dabei kann ich euch zwar noch keine krassen Insidertipps geben, möchte euch aber trotzdem meine persönlichen Highlights und die schönsten Orte, die ich während meines Städtetrips nach Wien besucht habe, vorstellen.

Der Naschmarkt

Sucht man lokale Köstlichkeiten, einen kleinen Snack oder einen Ort, an dem man sich für ein Bier und eine Käsekrainer (mein neues Lieblingsessen – eine geräucherte Käsewurst, manchmal sogar im Brotmantel) niederlassen kann, ist man auf dem Naschmarkt genau richtig.

frisches, regionales Obst und Gemüse

Der über 2 Hektar  große Markt hat alles, was man sich wünschen kann: Obst, Gemüse, Backwaren, Fisch und Fleisch aber auch Souvenire, kleine Restaurants und Imbissbuden – ein richtig altmodischer, wuseliger Markt eben, auf dem zu jeder Tageszeit reges Treiben herrscht und sowohl Einheimische als auch Touristen zusammenkommen.

Falafel geht immer

Der Wiener Stephansplatz – das bedeutendste Wahrzeichen der Stadt

Der Stephansdom (von den Wienern liebevoll „Steffl“ genannt) ist das wohl berühmteste Bauwerk Wiens und gilt als Wahrzeichen und Touristenmagnet der Stadt.

Dabei ist er nicht nur von außen schön anzusehen, sondern bietet auch die Möglichkeit, Wien aus der Vogelperspektive erleben zu können, indem man entweder auf den Süd- oder Nordturm des Doms hinaufgeht. Da der etwas höhere Südturm wegen der Corona-Pandemie gesperrt war, wurde mir diese Entscheidung direkt abgenommen und ich wurde für 6€ von einem Fahrstuhl bis ganz nach oben befördert.

das Wahrzeichen Wiens – der 136 Meter hohe Stephansdom

Der Ausblick von oben ist nochmal schöner als er von unten sowieso schon war; man kann die Fiaker beobachten, wie sie ihre Runden drehen, den Menschen zuschauen, wie sie auf dem Stephansplatz umherlaufen und kann über ganz Wien hinwegschauen. Definitiv ein Muss, wenn man die Stadt aus einer ganz anderen Perspektive erleben möchte.

der Ausblick über Wien vom Nordturm des Stephansdoms

Die Karlskirche

Wien ist gespickt mit traumhaften Kirchen, ein ganz besonders schönes Exemplar ist dabei die Karlskirche, in der man sich direkt in eine andere Zeit versetzt fühlt. Von außen eine Mischung aus Antike, Barock und orientalischem Flair, ist sie von innen bis an die Kuppel aus Marmor und mit Gold verziert. Man könnte stundenlang darin veträumt umherwandern und fragt sich, wie viel Genie in den Menschen gesteckt haben muss, die dieses Bauwerk errichtet haben.

Ein eigentlich ausschließlich für die Renovierungsarbeiten an den Fresken in der Kuppel gebautes Gerüst mit Fahrstuhl, macht es möglich, die Kirche von oben und die Deckenfresken aus nächster Nähe betrachten zu können. Eine wirklich traumhaft schöne Kirche, in der es so viel zu entdecken gibt.

die zwei großen, mit Luft gefüllten Kugeln sind übrirgens eine Installation des argentinischen Künstlers Tomás Saraceno

 

Wiens Fußgängerzone und die Hofburg

In Wien trifft arm und reich auf engstem Raum aufeinander, das fällt besonders in der Fußgängerzone rund um den Kohlmarkt auf, wo sich ein High-End Laden an den nächsten reiht, protzige Anzugträger Kaffee schlürfen und Frauen mit Highheels und teuren Handtaschen über das unebene Kopfsteinpflaster stolzieren. Ein starker Kontrast zum Viertel um den Hauptbahnhof und die Metrostationen herum.

Zugegebenermaßen fühlt man sich hier als Backpacker irgendwie fehl am Platz, inmitten all der reichen Leute, in Sneakern und ungebügeltem T-Shirt.

Aber gerade das macht diesen Teil der Stadt so anziehend; die prunkvollen Gebäude, noble Restaurants und Cafés und die unweit entfernte Hofburg, meiner Meinung nach eines der schönsten Bauwerke der Stadt. Genau so habe ich mir Wien irgendwie immer vorgestellt.

 

Was Wien so besonders macht

Wien ist wahrscheinlich eine der Städte, deren Flair und Charme man einmal erlebt haben muss und ich frage mich, wieso ich sie nicht schon viel früher ganz oben auf meiner Bucket-List stehen hatte. Wien ist romantisch und rustikal zugleich, ein bisschen verstaubt, nostalgisch und doch modern. Kurz gesagt: man kann sich nur verlieben. Noch dazu hatte ich die süßeste Zimmernachbarin, die mir am Abend meiner Abreise ein ganzes Sackerl (mein neues Lieblingswort) voll mit Süßigkeiten und Brezeln an’s Bett gelegt hat, damit ich auf der Fahrt nach Slowenien auch ja nicht verhungere. Eine richtige Mutti eben.

Und hier nochmal eine Karte meiner Highlights in Wien:

 

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